
Die Aorta ist die größte Schlagader des menschlichen Körpers und übernimmt eine zentrale Funktion für die Blutversorgung aller Organe. Sie entspringt direkt am Herzen, verläuft durch den Brustkorb und den Bauchraum und teilt sich schließlich in die Becken- und Beinarterien auf. Aufgrund ihrer Größe und der hohen Belastung durch den Blutdruck kann die Aorta im Laufe des Lebens verschiedene Erkrankungen entwickeln, die einer spezialisierten gefäßchirurgischen Behandlung bedürfen.
Die Aorta als zentrales Gefäßorgan
Die Aorta transportiert sauerstoffreiches Blut vom Herzen in den gesamten Körper. Ihre Gefäßwand muss dabei dauerhaft hohen Druckbelastungen standhalten. Veränderungen der Gefäßstruktur können zu Erweiterungen, Einrissen oder Verengungen führen und schwerwiegende Folgen für die Organ- und Gewebedurchblutung haben.
Erkrankungen der Aorta
Zu den häufigsten Erkrankungen zählen:
Therapie von Aortenerkrankungen
Die Behandlung erfolgt abhängig von Lokalisation, Ausdehnung und Art der Erkrankung. Heute stehen sowohl minimalinvasive endovaskuläre Verfahren als auch klassische offene Operationsmethoden zur Verfügung.
TEVAR – Behandlung der Brustschlagader
Die sogenannte TEVAR (Thoracic Endovascular Aortic Repair) ist ein modernes endovaskuläres Verfahren zur Behandlung von Erkrankungen der Brustschlagader. Über kleine Zugänge in den Leistengefäßen wird eine Stentprothese in die thorakale Aorta eingebracht und dort präzise positioniert.
Dieses Verfahren wird insbesondere eingesetzt bei:
Die minimalinvasive Technik ermöglicht häufig eine geringere Belastung für den Patienten sowie eine schnellere Erholung nach dem Eingriff.
EVAR – Behandlung der Bauchschlagader
Die EVAR (Endovascular Aortic Repair) wird vor allem bei Erweiterungen der Bauchschlagader eingesetzt. Auch hierbei erfolgt die Implantation einer Stentprothese über die Leistengefäße, ohne große Eröffnung des Bauchraums.
Vorteile der EVAR-Technik können sein:
Die Eignung für dieses Verfahren hängt jedoch wesentlich von der individuellen Anatomie der Aorta und ihrer Seitenäste ab.
Hybridchirurgie
Komplexe Aortenerkrankungen erfordern häufig die Kombination verschiedener Techniken. In der sogenannten Hybridchirurgie werden offene gefäßchirurgische Eingriffe mit endovaskulären Verfahren kombiniert.
Dabei können beispielsweise zunächst Gefäßumleitungen chirurgisch angelegt werden, bevor anschließend eine endovaskuläre Versorgung mit einer Stentprothese erfolgt. Moderne Hybrid-Operationssäle ermöglichen hierbei eine hochpräzise Bildgebung und direkte Kontrolle während des gesamten Eingriffs.
Konventionelle offene Aortenchirurgie
Trotz der großen Fortschritte minimalinvasiver Verfahren bleibt die klassische offene Aortenchirurgie ein wichtiger Bestandteil der modernen Gefäßmedizin. Besonders bei komplexen anatomischen Situationen oder bestimmten Erkrankungsformen bietet die offene Operation langfristig sehr stabile Ergebnisse.
Hierbei wird die erkrankte Aorta freigelegt und durch eine Gefäßprothese ersetzt. Diese Eingriffe erfordern höchste chirurgische Erfahrung sowie eine umfassende intensivmedizinische Betreuung.