Mögliche Entwicklungen und Szenarien

Worum es bei den Szenarien geht

Im Rahmen der Medizinstrategie wurden verschiedene Szenarien entwickelt, um die zukünftige Ausrichtung des Klinikverbunds zu prüfen.

Sie zeigen unterschiedliche Möglichkeiten auf, wie die medizinische Versorgung in der Region künftig organisiert werden kann. Ziel ist es, belastbare Entscheidungsgrundlagen zu schaffen und verschiedene Wege systematisch miteinander zu vergleichen.
 

Wie die Szenarien entwickelt wurden

Die Szenarien wurden in einem mehrstufigen Prozess erarbeitet. Seit Anfang 2024 wurden gemeinsam mit externer Unterstützung verschiedene Möglichkeiten für die zukünftige Ausrichtung entwickelt und kontinuierlich weiter verfeinert.

Dabei wurden medizinische, organisatorische und wirtschaftliche Aspekte systematisch einbezogen, um die Auswirkungen der jeweiligen Optionen möglichst umfassend zu betrachten. Ziel war es, eine tragfähige Grundlage für die die Entscheidung durch den Kreistag des Landkreises Heilbronn und den Gemeinderat der Stadt Heilbronn zu schaffen.
 

Wie die verschiedenen Optionen geprüft werden

Die Szenarien wurden anhand einheitlicher Kriterien bewertet. Dabei ging es insbesondere um:

  • die Auswirkungen auf die medizinische Versorgung der Bevölkerung
  • infrastrukturelle und personelle Voraussetzungen
  • politische und regulatorische Rahmenbedingungen
  • wirtschaftliche Tragfähigkeit

So werden die jeweiligen Chancen und Risiken vergleichbar eingeordnet.
 

Was die Szenarien leisten – und was nicht

Die Szenarien stellen mögliche Wege dar, keine bereits getroffenen Entscheidungen.

Sie dienen dazu, unterschiedliche Optionen verständlich gegenüberzustellen und fundierte Bewertungen zu ermöglichen. Erst auf dieser Grundlage treffen die zuständigen Gremien (Gemeinderat Stadt Heilbronn und Kreistag Landkreis Heilbronn) eine Entscheidung über die zukünftige Ausrichtung des Klinikverbunds.

 

Empfehlung Unternehmensleitung und Aufsichtsrat der SLK-Kliniken

Es wurde bewusst eine Bandbreite an Möglichkeiten betrachtet, um die Auswirkungen unterschiedlicher Optionen transparent gegenüberstellen zu können.

Nach umfassender Beratung und Bewertung empfiehlt die Unternehmensleitung sowie der Aufsichtsrat der SLK-Kliniken Heilbronn GmbH die Umsetzung des Szenarios "Verlagerung Löwenstein".

Szenario "Verlagerung Löwenstein" sieht die vollständige Verlagerung der medizinischen Fachbereiche der Fachklinik Löwenstein an die Standorte Klinikum am Gesundbrunnen und Klinikum am Plattenwald vor. Dabei sollen die Thoraxchirurgie und die Thorakale Onkologie an den Gesundbrunnen verlagert werden. Die Pneumologie sowie die Schmerzmedizin sollen am Plattenwald integriert werden. Der Anspruch, den Status und die Qualität des Lungenzentrums zu erhalten, bleibt dabei ausdrücklich bestehen und ist Bestandteil der strategischen Überlegungen.

Ergänzend sind weitere fachliche Neuordnungen zwischen den Standorten Gesundbrunnen und Plattenwald vorgesehen. Die Gefäßchirurgie sowie die Gastroenterologie/Diabetologie sollen am Klinikum am Gesundbrunnen verortet werden. Am Klinikum am Plattenwald wird das Leistungsportfolio durch eine Verlagerung der Augenheilkunde und der Dermatologie von Heilbronn nach Bad Friedrichshall sinnvoll ergänzt. Ebenso soll die Geriatrie am Klinikum am Plattenwald konzentriert werden.

Ziel der Neuordnung ist die Konzentration medizinischer Leistungen an leistungsfähigen Zentren, die Zusammenführung von Doppelstrukturen sowie die Sicherstellung einer langfristig tragfähigen stationären Krankenhausversorgung im Stadt- und Landkreis Heilbronn.

Die vorgeschlagene Struktur entspricht den Zielsetzungen der Krankenhausreform des Bundes. Durch die Bündelung medizinischer Fachbereiche können Versorgungssicherheit, Qualität und Wirtschaftlichkeit für die Zukunft sichergestellt werden.

Mit Szenario "Verlagerung Löwenstein" wird der Standort Gesundbrunnen als Maximalversorger sowie als überregionales Trauma- und Schlaganfallzentrum weiter gestärkt. Gleichzeitig wird das Klinikum am Plattenwald fachlich weiterentwickelt. Mit der Integration der Leistungsbereiche Pneumologie, Dermatologie und Augenheilkunde entsteht ein erweitertes und attraktives medizinisches Leistungsangebot. Insbesondere die Kombination von Pneumologie, Schmerzmedizin, Geriatrie und Kardiologie stellt eine medizinisch sinnvolle Verknüpfung dar: Diese Fachbereiche behandeln häufig Patientinnen und Patienten mit komplexen, chronischen und altersassoziierten Erkrankungen. Mit den geplanten Veränderungen bleibt die erweiterte Notfallversorgung am Klinikum am Plattenwald erhalten. Insgesamt wird die Leistungsfähigkeit des Standorts in Bad Friedrichshall als Schwerpunktversorger gesichert und ausgebaut werden.

Patienten profitieren

Die in Löwenstein über viele Jahrzehnte aufgebaute Kompetenz ist für die SLK-Kliniken von großer Bedeutung und soll auch künftig ein wichtiger Bestandteil bleiben. „Am Gesundbrunnen“ sollen deshalb neue Strukturen entstehen, von denen beispielsweise an Krebs erkrankte Patienten profitieren, da…

  • …moderne Krebstherapie heutzutage in einem Zentrum mit allen relevanten Disziplinen (Chirurgie, Strahlentherapie, systemische Therapie=Onkologie) erfolgt, weil dort alle notwendigen Experten vor Ort strukturiert und systematisch zusammenarbeiten;
  • …sie vom Beginn bis zum Ende einer Therapie ganzheitlich unter einem Dach von einem Expertenteam behandelt und betreut werden würden;
  • auf die Expertise weiterer Disziplinen des Tumorzentrums Heilbronn-Franken vor Ort zurückgegriffen werden kann, wie: Interventionelle Radiologie, Nuklearmedizin, Neurologie, Neurochirurgie, HNO, Kardiologie, Gastroenterologie, Nephrologie. Auch unterstützenden Fächer, wie Psychoonkologie, Ernährungsmedizin, Sozialdienst, Palliativmedizin und klinische Studien können zusammengeführt werden.

Auch am Beispiel der bildgebenden Medizin (Radiologie) werden die Vorteile einer Verlagerung von Leistungen an den Gesundbrunnen gegenüber den bisherigen Strukturen in Löwenstein deutlich. Entstehen würde …

  • …eine bessere Versorgung von Notfällen, insbesondere bei neurologischen Komplikationen (zum Beispiel bei Patienten mit Gehirnmetastasen);
  • …eine bessere Abdeckung der radiologischen Versorgung im Dienst (keine Teleradiologie mehr notwendig);
  • …eine bessere Anbindung an minimalinvasiven Therapien bei onkologischen Patienten;
  • …ein direkten Zugang zur modernen Nuklearmedizin.

Auch Patienten der klassischen Lungenheilkunde (Pneumologie), die bei einer Entscheidung für eine Verlagerung des Standortes Löwenstein im Klinikum am Plattenwald verortet werden soll, profitieren von den neuen Strukturen, da dort gewinnbringende Verknüpfungen mit der Kardiologie, der Geriatrie und Schmerzmedizin sowie der Schlafmedizin entstehen würden.

Die geplanten Veränderungen dienen außerdem dazu, die wirtschaftliche Stabilität der SLK-Kliniken langfristig zu sichern. Nur so werden notwendige Investitionen in moderne Medizin, qualifiziertes Personal und eine hochwertige Patientenversorgung dauerhaft sichergestellt.