Fragen und Antworten zur SLK-Medizinstrategie 2030

Welches Ziel verfolgt die SLK-Medizinstrategie 2030 der SLK‑Kliniken?

Die SLK-Medizinstrategie 2030 verfolgt das Ziel, die medizinische Versorgung in der Region langfristig zu sichern und zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Im Mittelpunkt stehen dabei eine hohe medizinische Qualität, verlässliche Versorgungsstrukturen und die Fähigkeit des Klinikverbundes, auch unter sich verändernden gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen dauerhaft handlungsfähig zu bleiben. Durch eine vorausschauende Weiterentwicklung der Strukturen soll sichergestellt werden, dass der gesamte SLK‑Verbund seine Aufgaben auch in Zukunft verantwortungsvoll wahrnehmen kann.

Wieso ist gerade jetzt eine Entscheidung über die zukünftige Ausrichtung des Klinikverbundes notwendig?

Durch die Krankenhausreform entsteht Handlungs- und Anpassungsdruck für die Krankenhäuser. So können zum Beispiel gerade spezialisierte Leistungen so vollumfänglich wie bisher nur dann angeboten werden, wenn wir weiter Schwerpunkte setzen und Leistungen konzentrieren. Ein Blick in die Krankenhauslandschaft im nahen geographischen Umfeld zeigt, dass dort hoher Sanierungsdruck herrscht oder Standorte mitsamt ihren Leistungen komplett geschlossen werden müssen. Die SLK-Kliniken möchten nicht erst reagieren, wenn wir uns in einer kritischen Situation befinden, sondern vorausschauend mit der herausfordernden Situation umgehen, um den Verlust von Fachbereichen und die Schließung von Abteilungen zu vermeiden.

Welche Szenarien wurden im Rahmen der SLK-Medizinstrategie 2030 betrachtet?

Im Rahmen der Fortschreibung der Medizinstrategie wurden mehrere mögliche Szenarien für die künftige medizinische Ausrichtung des Klinikverbundes erarbeitet und geprüft. Dazu zählen unter anderem Varianten mit einem vollständigen oder teilweisen Erhalt einzelner Standorte ebenso wie Szenarien, bei denen medizinische Leistungen stärker an bestehenden Standorten gebündelt werden. Ziel dieser Betrachtung war es, unterschiedliche Zukunftsoptionen gegenüberzustellen und ihre jeweiligen Auswirkungen systematisch zu bewerten.

Ist bereits eine Entscheidung über die SLK-Medizinstrategie 2030 getroffen?

Nein. Zum jetzigen Zeitpunkt ist noch keine Entscheidung getroffen worden. Die Geschäftsführung und der Aufsichtsrat der SLK-Kliniken haben eine Empfehlung ausgesprochen. Die Entscheidung über die künftige medizinische Ausrichtung treffen am Ende der Gemeinderat der Stadt Heilbronn und der Kreistag des Landkreises Heilbronn als zuständige Gesellschafter‑Gremien.

Wann ist mit einer Entscheidung zur SLK-Medizinstrategie 2030 zu rechnen?

Die Entscheidung über die künftige medizinische Ausrichtung ist nach aktuellem Stand für Ende Juli vorgesehen. Bis dahin finden die weiteren Beratungen in den zuständigen Gremien statt.

Hat der aktuell laufende Strategieprozess Einfluss auf die Patientenversorgung?

Nein. Die SLK-Medizinstrategie 2030 hat auf die aktuelle Versorgung unserer Patienten an allen unseren Standorten, inklusive am Standort Löwenstein, keinen Einfluss. Auch in der Fachklinik Löwenstein finden alle Termine wie geplant statt.

Ist es richtig, dass die Fachklinik Löwenstein geschlossen werden soll?

Eine finale Beschlussfassung durch die entscheidenden Gesellschafter-Gremien erfolgt voraussichtlich Ende Juli dieses Jahres. Es gibt also derzeit keine Entscheidung.

Der SLK-Verbund hat sich in den vergangenen Jahren sowohl infrastrukturell als auch organisatorisch in vielen Bereichen neu aufgestellt. Auf dieser Basis ist der Ausblick in die Zukunft optimistisch. Auch vor dem Hintergrund, eines der Ziele der Krankenhausreform, die Qualität von Behandlungen aufgrund einer Bündelung medizinischer Kompetenzen in großen Zentren zu steigern, gut abdecken zu können. Dennoch geht es auch für den SLK-Verbund darum, sich so weitsichtig wie möglich auf sich verändernde Rahmenbedingungen einzustellen.

Diese sind neben der politisch gewünschten Fokussierung von medizinischen Leistungen zur Qualitätssteigerung der Versorgung (vgl. Krankenhausreform) auch die Veränderung der gesundheitsstrukturellen Rahmenbedingungen (z.B. Ambulantisierung).

Außerdem gehören zu diesen sich verändernden Rahmenbedingungen für den SLK-Verbund neben dem demographischen Wandel die zunehmende Herausforderung der Mitarbeiterbindung und -gewinnung sowie der steigende wirtschaftliche Druck auf den Klinikverbund und nicht zuletzt der hohe Investitionsbedarf am Standort Löwenstein.

In Bezug auf Löwenstein haben die Prüfungen gezeigt, dass die Integration des Standorts in die bestehenden Strukturen am Plattenwald und am Gesundbrunnen im Vergleich die tragfähigsten Rahmenbedingungen für den SLK-Verbund bietet. Es ermöglicht eine stärkere Bündelung medizinischer Leistungen, eine konsequente Zusammenführung bisher paralleler Strukturen sowie eine effizientere Nutzung der Ressourcen. Darüber hinaus verbessert dieses Zukunftsszenario die Voraussetzungen, um die Anforderungen an Notfallversorgung und zur Qualitätssicherung dauerhaft zu erfüllen. Hierdurch soll eine positive langfristige Weiterentwicklung der medizinischen Versorgung für die Menschen in der Region Heilbronn sichergestellt werden.

In der öffentlichen Berichterstattung wird sowohl von Schließung als auch von Verlagerung von Löwenstein berichtet, um was geht es konkret?

In der SLK-Medizinstrategie 2030geht es um die Weiterentwicklung der medizinischen Ausrichtung für den gesamten SLK-Verbund. Das von der Geschäftsführung und vom Aufsichtsrat empfohlene Szenario sieht vor, die medizinischen Leistungen, welche bislang am Standort Löwenstein erbracht wurden, an die Standorte Gesundbrunnen und Plattenwald zu verlagern. Es werden alle Leistungsbereiche auch in Zukunft erbracht, nur an einem anderen Standort. Es werden keine Abteilungen geschlossen oder Leistungsbereiche gekürzt.

Sind Kündigungen oder Stellenabbau Teil der SLK-Medizinstrategie 2030?

Nein. Mit der Fortschreibung der SLK-Medizinstrategie 2030  sind keine Entscheidungen über Arbeitsplätze verbunden. Ziel ist es, die medizinische Versorgung in der Region langfristig zu sichern. Dafür werden qualifizierte Mitarbeitende benötigt, Arbeitsplätze bleiben erhalten. In der SLK-Medizinstrategie 2030  geht es um die Weiterentwicklung der medizinischen Ausrichtung – nicht um personalbezogene Einzelmaßnahmen.

Müssen Patienten mit Beeinträchtigungen in der Versorgung rechnen? Wird diese eingeschränkt?

Das Gegenteil ist der Fall: Aufgrund sich verändernden politischen Rahmenbedingungen (Krankenhausreform) dürfen viele Leistungen zukünftig nur nach Erfüllung bestimmter Qualitätskriterien wie z.B. Qualifikation des Personals und Geräteausstattung angeboten werden. Im Status quo der Leistungen dürften im SLK-Verbund gegebenenfalls nicht mehr alle Leistungsbereiche an den jeweiligen Standorten erbracht werden. Durch die Fortschreibung der Medizinstrategie soll nicht nur der Status quo aufrechterhalten werden, sondern eine Erweiterung des Leistungsangebots zielgerichtet verfolgt werden. Alle Leistungen, die derzeit im SLK-Verbund angeboten werden, sollen auch weiterhin angeboten werden – lediglich an anderen Standorten. Das bedeutet: Unabhängig davon, ob Gemeinderat und Kreistag einen Beschluss zur vollständigen Integration des Standortes Löwenstein an die Standorte Heilbronn und Bad Friedrichshall fassen – das Versorgungsangebot des SLK-Verbundes wird nicht eingeschränkt.