

v.l.: Georg Schmidt - Geschäftsführer SLK-Kliniken; Sebastian Schmid – ADK Modulraum; Norbert Heuser – Landrat Landkreis Heilbronn; Manuela Sauermann – Schulleitung; Ralf Klenk – Stiftungsgründer „Große Hilfe für kleine Helden“ und Harry Mergel – Oberbürgermeister Heilbronn.
Bildnachweis: SLK-Kliniken Heilbronn GmbH.
Am gestrigen Dienstagnachmittag wurde der Neubau der Bethesda-Schule am Klinikum am Gesundbrunnen mit einem kleinen Festakt offiziell eingeweiht.
Bereits seit Mai dieses Jahres kommen Lehrkräfte und Schüler in den Genuss von modernen, bedarfsorientierten freundlichen Räumlichkeiten mit einer durchdachten Ausstattung und Möglichkeiten zur individuellen Förderung. Jetzt war Zeit, den Neubau der Bethesda-Schule, deren Träger der Landkreis Heilbronn ist, vor rund 60 geladenen Gästen auch offiziell einzuweihen.
Die Klinikschule, welche als Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum mit Förderschwerpunkt, „Schüler in längerer Krankenhausbehandlung“ seither im Untergeschoss der Kinderklinik untergebracht war, wurde mit 16 Fertigbau-Raummodulen seit dem Frühjahr 2025 schlüsselfertig erweitert – und zwar auf knapp 900 Quadratmeter. Es entstanden sechs Unterrichtsräume mit angegliederten Differenzierungsräumen, ein Fachraum für Kunst und Kreatives sowie ein weiterer Raum, der für das gemeinsame, ritualisierte Ankommen der Schülerinnen und Schüler genutzt wird. Alle Unterrichtsräume sind mit digitalen Tafeln und ausreichend mobilen Endgeräten für die Schülerinnen und Schüler ausgestattet. Den Lehrkräften steht ein Lehrerzimmer und ein Raum zur Unterrichtsvorbereitung zur Verfügung. Verwaltungsräume für beide Schulleitungen und das Sekretariat runden das Raumangebot ab.
Baulich und organisatorisch wurden die neuen Räume der Schule an die Station für Kinderpsychosomatik, die nach einer umfangreichen Renovierung Anfang 2024 neu in Betrieb genommen wurde, auf derselben Ebene angeschlossen. Dadurch entstand ein nahtloser Übergang zwischen Stationstrakten und der Schule.
Raum für Individualität
Für Schulleiterin Manuela Sauermann ging mit der Erweiterung ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Sie erklärt: „Schule im Krankenhaus ist etwas ganz Besonderes. Die Kinder, die unsere Schule besuchen, befinden sich häufig in Ausnahmesituationen. Ihr bisheriges Leben steht oft für eine ganze Weile auf dem Kopf. Deshalb ist es sehr wichtig, dass wir ausreichend Zeit dafür haben, die Kinder ganzheitlich in den Blick zu nehmen, um auf sie und ihre jeweiligen Bedürfnisse einzugehen.“ Deshalb seien die neuen Räumlichkeiten goldwert, ermöglichten sie doch genau das, denn, so Sauermann weiter: „Wir haben jetzt einfach mehr Platz. Und mehr Platz bedeutet, wir können Situationen entzerren, flexibler reagieren und schülerzentrierter planen.“ Warum die Erweiterung getrost als Quantensprung bezeichnet werden kann, wird unter anderem auch dadurch mehr als deutlich, als dass die „Bethesda-Schule“ bis dato mit lediglich drei Unterrichtsräumen auskommen musste. „Deshalb waren wir gezwungen, viele Patientinnen und Patienten am Krankenbett zu beschulen“, erläutert Manuela Sauermann. Zudem entfällt die räumliche Trennung zur Verwaltung, die bis dato in einem Anbau der Gesundheitsakademie untergebracht war. Diese Situation brachte viele Einschränkungen für Lehrer und Schüler mit sich und förderte nicht unbedingt den Lernerfolg. Mit den neuen Räumlichkeiten besteht die Chance auch für das Kollegium nun endlich gemeinsam als Team an einem Standort präsent zu sein. „Nach gerade einmal gut einem Jahr Bauzeit eröffnen wir heute nicht nur die schönen neuen Räume der Bethesda-Schule“, betonte Landrat Norbert Heuser für den Landkreis Heilbronn als Schulträger. „Wir eröffnen mit diesen Räumen auch Wege: Wege zurück in den Klassenverband, Wege hinein in Gemeinschaft und Zukunft - selbst dann, wenn Krankheit den Alltag auf den Kopf stellt.“
Die Gesamtkosten des Projekts von rund fünf Millionen Euro werden vom Landkreis Heilbronn, dem Land Baden-Württemberg im Rahmen der Schulbauförderung sowie von den SLK-Kliniken getragen. Die Stiftung „Große Hilfe für kleine Helden“ beteiligt sich an der Finanzierung mit einer halben Million Euro. „Wir danken dem Landkreis Heilbronn sehr herzlich dafür, dass er die Kinder, die länger bei uns bleiben müssen, nicht aus den Augen verliert“, sagt SLK-Geschäftsführer Georg Schmidt und ergänzt: „Einmal mehr sind wir der Stiftung zu großem Dank verpflichtet. Ohne das schon seit vielen Jahren andauernde finanzielle Engagement wären solche Projekte schlichtweg nicht möglich.“ Landkreis und Stiftung setzen damit gemeinsam ein „wichtiges Signal“ für die Zukunft.
Über die Bethesda-Schule
An der Bethesda-Schule wird den Schülerinnen und Schülern auch während eines längeren Krankenhausaufenthaltes der Anschluss an den aktuellen Stand ihrer Heimatklasse ermöglicht. Aktuell arbeiten an der Bethesda-Schule sieben Lehrkräfte nahezu aller Schularten in Voll- und Teilzeit. Auch wenn der Anteil an Sonderschullehrkräften leicht überwiegt, ist das Know-how der schulartenspezifischen Kollegen äußerst wichtig für die Qualität des Unterrichts. Durch die Heterogenität des Kollegiums ist es möglich, den vielen unterschiedlichen schulischen Anforderungen, die sich aus den verschiedenen Schularten und Bildungsgängen ergeben, adäquat gerecht zu werden. Die jahrgangsgemischten Schülergruppen, die zudem meist schulartübergreifend unterrichtet werden, fordern von den Lehrkräften enormes Fachwissen, ein Höchstmaß an Flexibilität im Schulalltag sowie eine hohe didaktische und methodische Kompetenz. „Der Aufbau einer guten Lehrer-Schüler-Beziehung ist für unsere Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen die Basis, um Schul- und Bildungserfolge zu ermöglichen“, so die Schulleiterin. Und Ralf Klenk, Gründer der Stiftung, „Große Hilfe für kleine Helden“ brachte es in seinem Grußwort wie folgt auf den Punkt: „Als Stiftung `‘Große Hilfe für kleine Helden‘ ist es unser Anliegen, genau solche Projekte zu unterstützen – Projekte, die über die reine Versorgung hinausgehen und die Lebenssituation von Kindern ganzheitlich in den Blick nehmen.“