

Stolz auf das zehnjährige Jubiläum der Krebsberatungsstelle Heilbronn-Franken (v.l. hinten): Kerstin Mächtlen (Mitarbeitende KBS); Dipl.-Psychologe Martin Wickert (Referent);Prof. Uwe Martens; Georg Schmidt; Harry Mergel sowie Stefanie Marcos de Carvalho (Mitarbeitende KBS); Wiebke Schleßmann (Leitung KBS); Elena Morleo und Ute Schumacher (beide Mitarbeitende KBS)
Bildnachweis: SLK-Kliniken Heilbronn GmbH
Die Diagnose Krebs verändert das Leben tiefgreifend – körperlich, seelisch, sozial. Die Mitarbeitenden der „Psychosoziale Krebsberatungsstelle Heilbronn-Franken“ setzen dort an, wo das unmittelbar Medizinische seine Grenzen hat. Am vergangenen Donnerstag war Zeit, Jubiläum zu feiern.
Die Entwicklung auf dem Gebiet der Krebstherapie ist derzeit rasant. Kein anderer Bereich in der Medizin verändert sich auf dem Feld der Therapiemöglichkeiten weltweit aktuell so stark, wie die Onkologie. Betroffene einer Krebserkrankung profitieren mehr und mehr von hochpräzisen Behandlungen, die individuell auf ihre Krebsart zugeschnitten sind. Und trotzdem bleibt klar: Auch die bestmögliche Medizin kann nicht alles. Es braucht etwas, das sich nicht unmittelbar messen lässt: Es braucht menschliche Empathie, ein gutes Gespür für den vielleicht schwierigen Moment. Erst wenn beides zusammenkommt – Spitzenmedizin und Menschlichkeit – kann gelingen, worauf alle hoffen: Heilung, im umfassenden Sinn.
Beeindruckendes Leistungsspektrum
Vor rund 60 geladenen Gästen im Klinikum am Gesundbrunnen stand am vergangenen Donnerstagabend beim zehnjährigen Jubiläum weniger der Anlass an sich, sondern vielmehr die Arbeit und das Engagement der Mitarbeiten der „Psychosozialen Krebsberatungsstelle Heilbronn-Franken“ (KBS) im Vordergrund. 2016 gegründet, richtet sich das Angebot der KBS an Menschen, die an Krebs erkrankt sind und an deren Angehörige, Freunde und Interessierte. So gib es, neben monatlichen Vorträgen zu verschiedenen onkologischen Aspekten, beispielsweise psychoonkologische Gesprächsangebote, die dabei helfen, sich der eigenen Stärken und Ressourcen im Umgang mit der Diagnose und deren Folgen bewusst zu werden und die in akuten Krisen entlasten. Ebenso umfasst das Angebot, die Hilfe bei familiären und beruflichen Problemen oder eine Begleitung, wenn die Krankheit bereits ein fortgeschrittenes Stadium erreicht hat. Im Rahmen des Sozialrechts beraten die Mitarbeitenden der KBS zu finanziellen Fragen und Unterstützungsmöglichkeiten, Rehamaßnahmen, zum Behindertenrecht, stellen Kontakte zu Selbsthilfegruppen her oder greifen bei Behördengängen unter die Arme.
Ganzheitlicher Ansatz
Auf Initiative des Tumorzentrum Heilbronn-Franken und seinem Sprecher, SLK-Chefonkologe, Prof. Uwe Martens, gegründet, ist die Psychosoziale Krebsberatungsstelle Heilbronn-Franken damit maßgeblicher Teil einer umfassenden Versorgung von krebskranken Menschen. Die Arbeit der Mitarbeitenden sei „kein ergänzendes Angebot am Rand, sie ist ein integraler Bestandteil des Versorgungsprozesses“, brachte es SLK-Geschäftsführer Georg Schmidt in seinem Grußwort auf den Punkt und machte in der Folge deutlich: „Gerade in einem Krankenhausumfeld, in dem Abläufe, Diagnostik und Therapie verständlicherweise hoch strukturiert sind, ist diese ergänzende Perspektive von unschätzbarer Bedeutung. Denn so exzellent Medizin heute auch ist – und darauf können wir an den SLK-Kliniken mit unserer Onkologie unter der Leitung von Prof. Martens mit Recht stolz sein – sie beantwortet nicht jede Frage und sie nimmt nicht jede Sorge.“ Die „außerordentliche“ Arbeit der Krebsberatungsstelle sorge dafür, „dass Menschen nicht auf ihre Erkrankung reduziert werden, sondern als Menschen wahrgenommen bleiben“. Dadurch würde sichtbar, was auch die SLK-Kliniken im Kern ausmachten. Georg Schmidt: „Wir verstehen uns nicht nur als Behandler, sondern auch als Begleiter. Als ein Verbund, der Verantwortung übernimmt – auch über den stationären Aufenthalt hinaus.“
OB Harry Mergel betonte in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender der SLK-Kliniken auch den wissenschaftlich belegten Wert der Mitarbeitenden, vor deren Arbeit er „Riesenrespekt“ habe. Harry Mergel: „Studien zeigen, dass psychosoziale Unterstützung den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen kann – durch bessere Krankheitsverarbeitung, höhere Therapietreue, gestärkte Lebensqualität.“ Bevor die Leiterin der KBS, Wiebke Schleßmann, in einem kurzweiligen Vortrag auf die vergangenen zehn Jahre zurückblickte, referierte der renommierte Diplom-Psychologe, Martin Wickert zum Thema: „Ambulante Krebsberatungsstellen – eine wichtige Ergänzung in der Versorgung Krebskranker“.
Beim „get togehter“ zum Abschluss waren sich zum Fazit der Veranstaltung alle einig: Die „Psychosoziale Krebsberatungsstelle Heilbronn-Franken“ ist ein wichtiger Anker in der regionalen Gesundheitsversorgung, ohne den ganzheitliche Onkologie schlichtweg nicht mehr denkbar ist.
Gut zu wissen
Die Geschäftsstelle der KBS befindet sich seit Mitte Juni 2025 in der Ferdinand-Braun-Straße in Heilbronn. Dort findet das Gros aller Beratungsgespräche statt sowie viele weitere Angebote, wie beispielsweise Entspannungskurse oder die „Offene Gruppe für Angehörige“. Darüber hinaus gibt es eine monatliche Vortragsreihe zu wechselnden Themen. Zudem besteht in den sogenannten „Außensprechstunden“ im SLK-Klinikum am Plattenwald in Bad Friedrichshall sowie in den Neckar-Odenwald-Kliniken in Buchen und Mosbach die Möglichkeit, Kontakt aufzunehmen. Geleitet wird die KBS von der Psychoonkologin und Systemischen Therapeutin, Wiebke Schleßmann.