

Beim gemeinsamen Tortenanschnitt (v.l.): Prof. Wolfgang Linhart, Ärztlicher Direktor des Klinikums am GB; Landrat Norbert Heuser; SLK-Geschäftsführer Thomas Weber und OB Harry Mergel.
Bildnachweis: SLK-Kliniken Heilbronn GmbH.
Auf seiner letzten berufliche Etappe leitete er die Geschicke des SLK-Verbundes als Geschäftsführer. Nun wurde Thomas Weber in den Ruhestand verabschiedet.
Vor rund 80 geladenen Gästen wurde Thomas Weber (64) am gestrigen Mittwochnachmittag feierlich in den Ruhestand verabschiedet – nach sechs Jahren an der Spitze der SLK-Kliniken und insgesamt 48 Berufsjahren endet sein Dienst offiziell am 31. Dezember dieses Jahres. „Auch wenn ich ihm seinen Ruhestand von Herzen gönne, stimmt er mich nachdenklich. Denn mit Thomas Weber verlässt ein absoluter Fachmann der Gesundheitsbranche und insbesondere des regionalen Krankenhauswesens die Bühne“, sagte OB Harry Mergel, Aufsichtsratsvorsitzender der SLK-Kliniken Heilbronn GmbH in seiner Laudation gleich zu Beginn und weiter. „Sein weithin anerkanntes Know-how und seine Erfahrung werden uns fehlen.“
Dem Gesundheitswesen treu
Thomas Weber war sein gesamtes Berufsleben über im Gesundheitswesen tätig. Bevor er SLK-Geschäftsführer wurde, war er bei der BBT-Gruppe angestellt – zunächst als Kaufmännischer Direktor des Caritas-Krankenhauses Bad Mergentheim und dann als Direktor der Gesundheitsholding der Region Tauberfranken-Hohenlohe. Dabei leitete er zugleich die Krankenhäuser in Bad Mergentheim, Tauberbischofsheim, Öhringen und Künzelsau sowie weitere Gesundheitseinrichtungen und Senioreneinrichtungen im Main-Tauber-Kreis und in Hohenlohe. Zuvor war er 32 Jahre in Diensten der AOK Heilbronn (später AOK Heilbronn-Franken) und erklomm vom Auszubildenden bis zum Geschäftsführer alle Stufen der Karriereleiter.
Viel bewegt
Kaum zwei Monate als SLK-Geschäftsführer im Amt, nahm der SLK-Verbund Ende Februar 2020 den ersten Corona-Patienten in der Fachklinik Löwenstein auf. In den Folgemonaten und ersten beiden Jahren als Geschäftsführer prägte deshalb das Management der Corona-Pandemie die Amtszeit Webers maßgeblich. So musste beispielsweise der Klinikverbund organisatorisch vom Kopf auf die Füße gestellt werden, um die teilweise sehr hohe Anzahl an Corona-Patienten und Corona-Intensivpatienten – bei denen der SLK-Verbund zeitweilig unter den Top Ten bundesweit rangierte – zu bewältigen. „Mit großem Einsatz und seiner Expertise und einem ganz hervorragenden Team hat er unsere Kliniken ganz hervorragend durch diese schwierige Phase geführt“, würdigte OB Harry Mergel diese „große Leistung“ des gebürtigen Untergruppenbachers Weber. Das gelte „auch für die Energiekrise“, so Mergel weiter.
Unter die Leitung Webers fällt aber deutlich mehr als bloßes Krisenmanagement. Denn kaum war die Corona-Pandemie halbwegs bewältigt, setzte sich das SLK-Leitungsteam, „auf das ich mich jederzeit verlassen konnte, wofür ich sehr dankbar bin“, wie Weber unter anderem in seinen Abschiedsworten formulierte, mit den ersten Ideen der Krankenhausreform der damaligen Ampel-Regierung auseinander. Auch wenn diese unter der neuen Gesundheitsministerin zwar ein wenig modelliert wurde, trat das Gesetz zum Jahresbeginn 2025 grundsätzlich in Kraft – wenn auch noch nicht mit unmittelbaren Auswirkungen. Die neue Gesetzeslage, die mit vielen Neuerungen und auch Unwägbarkeiten hinsichtlich Finanzierung, Spezialisierung, Ausnahmeregelungen, Standorten oder der Ambulantisierung verbunden ist, fordert auch die SLK-Kliniken heraus. „Ich bin sehr dankbar dafür, dass der SLK-Verbund dieser Entwicklung dank ausgezeichneter Strukturen und vorausblickendem Handeln einigermaßen gelassen entgegenblicken können – das haben wir auch Thomas Weber zu verdanken“, so OB Harry Mergel. Darüber hinaus wurden unter Thomas Weber weitreichende Infrastrukturmaßnahmen umgesetzt: Die Gesundheitszentren in Möckmühl und Brackenheim wurden baulich fertiggestellt und der Umzug von vielen Teilen der Verwaltung in die ehemaligen Personalwohngebäude am Gesundbrunnen ging über die Bühne. Vor allem aber wurde der zweiten Bauabschnitt des Neubaus fertigstellt, feierlich eingeweiht und erfolgreich bezogen. „Und nicht unerwähnt lassen möchte ich die stabile finanzielle Situation von SLK. In Zeiten, in denen vielerorts Klinikinsolvenzen Schlagzeilen machen, ist das ein Erfolg, der gar nicht hoch genug geschätzt werden kann“, maß OB Harry Mergel auch dem wirtschaftlichem Aspekt eine gewisse Bedeutung bei.
Tief verbunden
Bei allen Entscheidungen „habe man aber immer gespürt“, so der SLK-Aufsichtsratsvorsitzende weiter, „dass für Thomas Weber stets im Mittelpunkt stand, was unsere Kliniken stark macht: ein menschlich zugewandtes Handeln und die Verantwortung für eine bestmögliche Versorgung aller Patienten unserer Region“. Dieser Maxime hatte sich Weber selbst verschrieben, wie er in seinen Abschiedsworten betonte: „Ich habe immer danach entschieden, was die Kernaufgabe eines jeden Krankenhauses sein sollte. Dass alle Entscheidungen und Prozesse auf den Patienten und seine gesundheitliche Situation ausgerichtet sein müssen. Er steht im Mittelpunkt unseres Handelns.“
Thomas Weber verabschiedet sich mit einem Gefühl von „großem Respekt vor der Arbeit aller SLK-Mitarbeitenden“ und fühle sich SLK und seinen Mitarbeitenden „tief verbunden“. Für ihn sei es „eine große Freude gewesen, gemeinsam die SLK-Kliniken zu gestalten und weiterentwickeln zu dürfen.“
Nachfolge geregelt
Bereits Ende Juni dieses Jahres wählte der SLK-Aufsichtsrat den profilierten Krankenhausmanager Georg Schmidt (55) zum Nachfolger von Thomas Weber. Der gebürtige Berliner Schmidt, der bereits seit Mitte November dauerhaft im Unternehmen präsent ist, um gemeinsam mit Thomas Weber den Übergang zu gestalten, wurde im Rahmen der Verabschiedung Webers von Landrat Norbert Heuser (Stellvertretender Vorsitzender des SLK-Aufsichtsrates) offiziell vorgestellt – er übernimmt ab dem 1. Januar die Geschäftsführung des SLK-Verbundes. Georg Schmidt war zuletzt Sprecher der Geschäftsführung der kommunal getragenen Rheinland Klinikum Neuss GmbH mit Standorten in Neuss, Dormagen und Grevenbroich (NRW). Der studierte Betriebswirt (Diplom-Kaufmann) kommt als ausgewiesener „Krankenhausfachmann“ zu den SLK-Kliniken, war er doch Zeit seines Berufslebens ausschließlich im Krankenhausumfeld tätig. Vor seiner Zeit in Neuss war Schmidt über 15 Jahre beim konfessionell-gemeinnützigen Träger Agaplesion –– als regionaler Geschäftsführer der Agaplesion Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen und als Prokurist des Konzerns.