Blickt optimistisch in die Zukunft: Stefan Hanke.

 

Bildnachweis: SLK-Kliniken Heilbronn GmbH.

04.02.2026

Krebsfrei dank SLK

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Vor vier Jahren waren Stefan Hankes Aussichten geprägt von großer Sorge um sein Leben. Seine Diagnose war niederschmetternd: Bauchspeicheldrüsenkrebs. Heute gilt er als „krebsfrei“. Seine Geschichte zeigt auf beeindruckende Art und Weise, was das Tumorzentrum Heilbronn-Franken in Zusammenarbeit mit dem MOLIT Institut für Personalisierte Medizin zu leisten imstande ist. 

 Kontrolluntersuchung im Januar 2026: Stefan Hanke wirkt, als sei nie etwas gewesen. Doch im Januar 2022 war er schwer krank. So schwer, dass er um sein Leben fürchtete. Bei ihm war ein halbes Jahr zuvor Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert worden – im fortgeschrittenen Stadium. Doch Stefan Hanke hatte Glück. Glück, im Tumorzentrum Heilbronn-Franken bei Prof. Uwe Martens zu "landen" und Glück, dass gerade für die Ausprägung seiner Erkrankung neue Medikamente zur Verfügung standen. Engagierte Ärzte in seiner Heimatregion um Bruchsal gaben ihn nicht auf und stellten den Kontakt zum Molekularen Tumorboard des Tumorzentrums her. Gerade noch rechtzeitig, denn der bereits bis zur Größe eines Smartphones herangewachsene inoperable Tumor wurde trotz zweier Chemotherapien immer größer und hatte schon Metastasen in Lymphknoten verursacht. Doch dank des raschen Handelns der Verantwortlichen der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin im Klinikum am Gesundbrunnen, begann sich das Blatt zu Gunsten Stefan Hankes Leben zu wenden. 

Zurück ins Leben
War sein Alltag bis dato von starken Schmerzen, die er nur durch Einnahme von Medikamenten noch aushalten konnte, geprägt, zeigte der individuell für seine Krebserkrankung erstellte Therapieplan schon nach wenigen Stunden erste Erfolge. „Schon am Abend nach der ersten Einnahme des Medikaments verbesserten sich meine Schmerzen“, erinnert sich Stefan Hanke eindrücklich. Was war passiert?
Dem heute 57-jährigen Gymnasiallehrer wurde zunächst durch eine Biopsie Tumorgewebe entnommen. „In der Folge konnten wir das Erbgut des Tumors von Herrn Hanke entschlüsseln und dabei zwei Schwachstellen des Krebses identifizieren. Diese haben wir dann mithilfe einer Medikamentengabe im Rahmen einer damals laufenden Studie sehr wirksam bekämpft“, fasst Prof. Uwe Martens zusammen und erklärt: „Dieses hochpräzise Vorgehen war personalisierte Krebsmedizin mit durchschlagendem Erfolg at its best.“ Auch wenn die Medikamenteneinnahme körperlichen Tribut forderte und dazu führte, dass Stefan Hanke „gefühlt drei Wochen nur geschlafen“ hat, ging es ihm sehr schnell deutlich besser. Der Tumor bildete sich zurück, war bald nicht mehr tastbar –  umgekehrt stieg die Lebensqualität von Tag zu Tag an. Stefan Hanke konnte wieder lachen, wieder arbeiten – wieder leben. Für Prof. Uwe Martens ist die „sehr gute Lebensqualität von Herrn Hanke fast genauso schön, wie der medizinische Erfolg“. „Es geht nicht mehr allein darum, den Krebs rein medizinisch zu bekämpfen. Das subjektiv empfundene Empfinden im Alltag unserer Patienten, welches wir, wie auch bei Herrn Hanke, über einen standardisierten Fragebogen digital erfassen und regelmäßig auswerten, wird mehr und mehr Teil unserer umfassenden Betreuung.“ Die moderne Krebsmedizin zeichne sich vor allem durch eine hohe Präzision aus. „Wir greifen genau dort an, wo der Tumor schwach ist und schonen damit zugleich Ressourcen des Körpers“, erläutert der SLK-Chefonkologe. Dadurch blieben die klassischen Nebenwirkungen, wie sie beispielsweise nach Chemotherapien bekannt sind, in aller Regel vollkommen aus. 

Eng überwacht gesund geblieben
Neben ihrem oft lebensbedrohenden Charakter, ist auch die ständige Sorge vor einem Rückfall Teil des „Schreckgespenstes Krebs“. Stefan Hanke blieb auch das nicht erspart. Zwar fühlt er sich weder schlecht, noch zeigte die bildgebende Medizin (Computertomographie) einen negativen Befund und doch war der Krebs zurück – beziehungsweise machte sich „auf den Weg“ wiederzukommen. Aber auch an diesem Punkt, zeigte sich die Leistungsfähigkeit der Onkologie im Klinikum am Gesundbrunnen. Denn rechtzeitig, bevor der Krebs seine volle Kraft erneut entfalten konnte, griffen die Mediziner ein und aktivierten das Immunsystem von Stefan Hanke, damit es wirksam gegen den Krebs kämpfen konnte. Prof. Uwe Martens erklärt: „Wir haben Stefan Hanke über Infusionen mit modifizierten, im Labor hergestellten Antikörpern versorgt und seine Immunabwehr damit so gestärkt, dass es in der Lage war, ein erneutes Ausbrechen der Erkrankung zu verhindern.“ 

Die Voraussetzung für diesen erfolgreichen Ansatz war eine sehr engmaschige Überwachung der verbliebenen Krebsaktivität im Körper Stefan Hankes mithilfe einer Flüssigbiopsie (liquid biopsy). Im Gegensatz zur herkömmlichen Biopsie reicht hierfür eine Blutentnahme aus, was für den Patienten viel angenehmer ist. Darüber ist es möglich, im Blut festzustellen, ob es doch noch Tumorzellen gibt, die zirkulieren – auch wenn ansonsten keinerlei Anzeichen auf eine Aktivität des Krebses hindeuten. „Mit dieser Methode, die wir bei Herrn Hanke regelmäßig durchführen, können wir sofort erkennen, ob wir medikamentös etwas verändern müssen“, sagt Prof. Uwe Martens. „Dank der Kooperation mit MOLIT und externer finanzieller Unterstützung konnte er an einem Programm zur Untersuchung der Rolle der liquid biopsy teilnehmen, da diese Untersuchungen noch kein etablierter Standard sind.“ 

Stefan Hankes Geschichte zeigt einmal mehr: Krebs kann jeden treffen, gab es bei ihm doch weder genetische Vorzeichen, die darauf hätten hinweisen können, noch einen ungesunden Lebenswandel. Sie zeigt aber auch: Krebs kann immer erfolgreicher zurückgedrängt oder in manchen Fällen nachhaltig besiegt werden. Stefan Hanke: „Ich habe immer daran geglaubt, dass es noch eine Chance gibt, auch als sehr düster aussah. Die Behandlung durch die Mitarbeitenden der SLK-Onkologie hat mir mein Leben gerettet. Ich kann schwer ausdrücken, wie dankbar ich bin und wie glücklich mich der Blick in meine Zukunft macht.“ 

Zurecht, denn auch die Untersuchungsergebnisse des Januartermins zeigen: Stefan Hanke ist aktuell krebsfrei.

Über den „Weltkrebstag“
Der „Weltkrebstag“ soll allgemein die Vorbeugung, Forschung und Behandlung von Krebs in das öffentliche Bewusstsein rücken und über Prävention und Früherkennung aufklären. Er findet am 4. Februar 2026 zum 26. Mal statt und das diesjährige Motto, „Gemeinsam einzigartig“, passt gut zur Geschichte Stefan Hankes, rückt es doch einen zentralen Aspekt der modernen Onkologie in den Fokus: die Einzigartigkeit jeder Patientin und jedes Patienten sowie die maßgeschneiderte Behandlung von Krebserkrankungen. 

Über das MOLIT
Das MOLIT Institut ist eine Forschungseinrichtung für Personalisierte Medizin am Wissenschaftsstandort Heilbronn. Gemeinsam mit seinen Kooperationspartnern verfolgt das MOLIT Institut das Ziel, Konzepte für eine anwendungsorientierte personalisierte Medizin und Gesundheitsvorsorge zu entwickeln. Sein Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung datengestützter Innovationen, um die Behandlung und Prävention von Erkrankungen durch Integration komplexer biologischer, klinischer und umweltbezogener Daten individuell auf die einzelnen Patienten auszurichten. Geschäftsführer von MOLIT sind SLK-Chefonkologe, Prof. Uwe Martens und der Mediziner und IT-Experte, Prof. Christian Fegeler. Die Finanzierung erfolgt durch die Dieter Schwarz Stiftung.
 

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