Glücklich über das moderne neue Seelsorgezentrum im Klinikum am Gesundbrunnen (v.l.):

Edmund Zwaygardt und Dr. Mirjana Juranovic (beide Pastoralreferenten), Claudia Hertler (Pfarrerin), Sultan-Serap Dürek (ehrenamtliche islamische Seelsorgerin), Siegfried Fischer (Pfarrer) und Abdulhamid Andreas Tittus

(Islamischen Klinikseelsorge).

 

Bildnachweis: SLK-Kliniken Heilbronn GmbH.

21.01.2026

„Hoher Stellenwert“ – neues Seelsorgezentrum eröffnet

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Im Klinikum am Gesundbrunnen ist Raum für das, was einen Krankenhausaufenthalt begleitet, aber nicht in Medikamenten oder Diagnosen messbar ist: Stille und Gebet, Begegnung und Gespräche, Trost und Orientierung. Mit einer kleinen Feierstunde wurde am gestrigen Dienstag das neue Seelsorgezentrum offiziell eröffnet.

Ein Gang ins Krankenhaus, vielleicht verbunden mit der Aussicht auf eine Operation und einen stationären Aufenthalt, zählt sicher nicht zu den angenehmen Terminen im Leben eines Menschen und geht selten unbeschwert über die Bühne. Auch der Besuch von Angehörigen oder Freunden ist häufig mit vielen Emotionen verbunden. Gerade in diesen Situationen eröffnet Seelsorge einen Raum für Begleitung, Verständnis und Ruhe.

Vor mehr als 60 geladenen Gästen betonte SLK-Geschäftsführer Georg Schmidt in seinem Grußwort, dass „Seelsorge leise, aber nachhaltig wirkt“. Gerade in einem Haus der Maximalversorgung, wie dem Klinikum am Gesundbrunnen, sei medizinisch vieles möglich und die „Grenzen des Machbaren“ würden dank moderner Medizin immer weiter verschoben werden. Trotzdem bliebe auch klar, „dass „Medizin und Pflege nicht alles kann“. Georg Schmidt: „Genau in diesem Raum, zwischen Wissen und Ungewissheit, zwischen medizinischer Behandlung und menschlichem Erleben, beginnt Klinikseelsorge im Krankenhaus. Sie entlastet, ordnet, gibt Halt und begleitet sowohl Patientinnen und Patienten sowie Angehörige und Mitarbeitende.“

Großes Team
Die Klinikseelsorge der SLK-Kliniken steht allen Menschen offen – unabhängig von Religion, Herkunft oder Weltanschauung. Das neue Zentrum, unweit des Eingangsbereiches, umfasst neben einer christlichen Kapelle und einem islamischen Gebetsraum (Mescid) insgesamt fünf Büros sowie einen Rückzugs- und Besprechungsraum. Sowohl Kapelle als auch Mescid versprühen eine modern-einladende und zugleich religiös-geistliche Atmosphäre. Zudem ist, im Gegensatz zu den Räumlichkeiten im Altbau des Klinikums, die SLK-Klinikseelsorge nun in einem gemeinsamen Bereich verortet, was die Zusammenarbeit deutlich stärkt. 
Insgesamt arbeiten am größten Krankenhausstandort des SLK-Verbundes derzeit zwei evangelische und zwei katholische Geistliche im Rahmen der Klinikseelsorge, die für diesen Dienst von der Evangelischen Landeskirche in Württemberg beziehungsweise von der Diözese Rottenburg-Stuttgart abgeordnet sind. Zudem unterstützen rund 15 Ehrenamtliche im Patientenbesuchsdienst das Team. Die Islamische Seelsorge besteht aus einem Seelsorger und mehreren Ehrenamtlichen.

Bedeutung in der Gegenwart
Nach einer musikalischen Eröffnung durch das Holzbläserensemble um den Direktor der Augenklinik, Prof. Lutz Hesse und einem Willkommensgruß von Klinikseelsorgerin Dr. Mirjana Juranovic, sprach der renommierte  Theologe, Pfarrer und Professor für Praktische Theologie an der Uni Münster, Traugott Roser, in seinem Vortrag zum Thema: „Klinikseelsorge - ein Modell mit Zukunftspotential in einer sich ändernden Gesellschaft.“ Dabei wurde deutlich, wie professionelle Seelsorge im Krankenhaus sichtbar bleiben kann und sich dabei im Sinne eines umfassenden „spiritual care-Ansatzes“ selbst weiterentwickeln muss – gerade in einer sich zunehmend säkularisierenden Gesellschaft.

Signal für die Zukunft
Nach Grußworten des Dekans für den Evangelischen Kirchenbezirk Heilbronn-Brackenheim, Christoph Baisch, Abdulhamid Andreas Tittus (SLK-Intensivpfleger) von der Islamischen Klinikseelsorge und SLK-Krankenpflegerin Michaela Arnold-Zethmeyer stand die Besichtigung des neuen Zentrums auf dem Programm. Dort war Gelegenheit, den Klängen der neuen Orgel zu lauschen, Kunstwerke in der Kapelle zu bestaunen, dem Segenswort von Roland Rossnagel, Katholischer Dekan des Dekanats Heilbronn-Neckarsulm, Gehör zu schenken sowie Einblicke in den islamischen Gebetsraum durch den Imam, Abdulkadir Avci zu erhalten. 

Beim anschließenden Ausklang mit guten Gesprächen und kleinen Häppchen wurde die Hauptbotschaft der Veranstaltung spürbar: Das neue Seelsorgezentrum „am Gesundbrunnen“ ist ein klares Signal dafür, dass die spirituelle Dimension des Menschseins und die Seelsorge bei den SLK-Kliniken auch auf lange Sicht einen unverrückbaren Platz haben. 
 

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