Im Klinikum am Gesundbrunnen wurde kürzlich die neueste Generation einer Defibrillatortechnologie eines großen deutschen Medizinprodukteherstellers zur Behandlung von Kammerflimmern eingesetzt – zum ersten Mal bundesweit.

 

Bildnachweis: Biotronik SE und Co. KG

17.04.2026

Bundesweit spitze – neueste Defibrillatorgeneration eingesetzt

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Erfahrene Kardiologen haben im Klinikum am Gesundbrunnen die neueste Generation einer Defibrillatortechnologie zur Behandlung von Kammerflimmern eingesetzt – zum ersten Mal bundesweit. 

In diesen Tagen implantierten die Oberärzte Dr. Sebastian Münz und Dr. Dominik Scharpf einem Patienten mit schwerer Herzschwäche erfolgreich einen Defibrillator neuester Generation eines großen deutschen Medizinprodukteherstellers, der vor einem plötzlichen Herztod schützt. 

Mehr Sicherheit
Der große Vorteil des neues Systems: es erkennt, in welchem Bereich des Herzens die Rhythmusstörung Kammerflimmern entsteht – im Vorhof oder in der Hauptkammer. Dadurch können Mediziner die Störung besser einordnen und die Behandlung optimal anpassen. Zudem: bei Vorgängerversionen konnte es vorkommen, dass so ein Gerät Herzrhythmusstörungen erkannte, wo gar keine waren. Auch solche Fehlerquellen werden mit der neuesten Generation minimiert. Dadurch steigt die Sicherheit für die behandelten Patienten. „Wir sind sehr froh, dass wir in der Kardiologie im Klinikum am Gesundbrunnen immer auf neueste Technologien zum Wohl unserer Patienten zurückgreifen können. Es ist unser täglicher Anspruch, den Alltag Betroffener wieder ein Stück weit lebenswerter zu machen“, freut sich Operateur, Dr. Sebastian Münz über die neuen Möglichkeiten.

Defibrillator als Lebensretter
Viel zu schnell und unrhythmisch zugleich: Treten diese Symptome beim Herzen auf, kann es schnell lebensgefährlich werden, da es kein Blut mehr pumpt. Betroffene werden ohnmächtig. Diagnose: Kammerflimmern. Sehr rasch müssen dann wiederbelebende Maßnahmen eingeleitet werden, um den Herzschlag wieder zu aktivieren und zudem das Herz wieder in den richtigen Takt zu versetzen. Dabei kommt zunächst ein externer Defibrillator zum Einsatz.
Ist die akute Phase überstanden, ist es lebensnotwendig, den Herzrhythmus von Betroffenen dauerhaft und zuverlässig zu überwachen, um Störungen unmittelbar zu korrigieren. Hierfür werden heutzutage Defibrillatoren eingesetzt – kleinste Geräte, die unter der Haut im Brustbereich sitzen. Sie kontrollieren jeden Herzschlag und stimulieren das Herz wie ein Herzschrittmacher, wenn es zu langsam schlägt. Außerdem können sie durch einen elektrischen Schock – wie der externe Defibrillator von außen – den normalen Rhythmus wieder herstellen. 

Gut zu wissen
Einer der Schwerpunkte der Kardiologie des Klinikums im Gesundbrunnen ist die Behandlung von Patienten mit Herzrhythmusstörungen. So erfolgen neben der Kathetertherapie jedes Jahr über 500 Schrittmacher- und Defibrillator-Operationen. Warnzeichen für das Risiko von Kammerflimmern ergeben sich aus Langzeit-EKG Untersuchungen oder aus Ultraschalluntersuchungen des Herzens mit schwerer Einschränkung der Pumpleistung. Gerade Patienten mit einem hohen Risiko für einen plötzlichen Herztod erfordern eine große Wachsamkeit der behandelnden Kardiologen und eine vollständige Diagnostik und Therapie der zugrundliegenden Erkrankungen. Die Qualität solcher Behandlungen wird regelmäßig geprüft. 

So ist die Kardiologie im Gesundbrunnen unter der Leitung von Prof. Marcus Hennersdorf als Vorhofflimmerzentrum/ Herzrhythmuszentrum zertifiziert. Zudem sind sowohl die Kardiologie im Gesundbrunnen als auch die Kardiologie im Klinikum am Plattenwald (Bad Friedrichshall) als „Cardiac Arrest Center“ für die Notfallbehandlung solcher sogenannter Arrhythmien zertifiziert.
 

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