Das Klinische Ethikkomitee (KEK) des SLK-Verbundes feierte 20-jähriges Jubiläum.

 

Bildnachweis: SLK-Kliniken Heilbronn GmbH

 

08.03.2024

Moralischer Kompass für den SLK-Verbund – 20 Jahre Ethikkomitee

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Vor zwei Jahrzehnten wurde das Klinische Ethikkomitee (KEK) des SLK-Verbundes aus der Taufe gehoben. Jetzt war Zeit, Jubiläum zu feiern.

Bei der Feier zum 20-jährigen Jubiläum am vergangenen Mittwochabend standen sowohl die Anfänge und Meilensteine, vor allem aber der hohe Wert der Arbeit des KEK für den gesamten SLK-Verbund im Mittelpunkt verschiedener Vorträge und interessanter Diskussionen. Rund 50 geladene Gäste, darunter ehemalige und aktive Mitglieder des KEK sowie Vertreter der SLK-Geschäftsführung, nahmen sich im Franziska-Schwarz-Hörsaal des Klinikums am Gesundbrunnen Zeit, die Arbeit des KEK zu würdigen. 

Unersetzlicher Pfeiler
Inspiriert durch eine öffentliche Podiumsdiskussion zum Thema „Medizinisch-theologische Aspekte im Finalstadium“ machten sich interessierte Ärztinnen und Ärzte des Klinikums am Gesundbrunnen bereits 2002 auf den Weg, ein Klinisches Ethikkomitee für den SLK-Verbund zu gründen. Mit Erfolg – im März 2004 feierte das KEK seine Gründung und wurde von der damaligen Geschäftsführung offiziell eingesetzt. Heute, zwanzig Jahre später, ist das KEK ein fest etabliertes Gremium und somit ein unersetzlicher Pfeiler des SLK-Verbundes, welches als wichtiger Ratgeber im Krankenhausalltag dient. Dabei geht es oft um anspruchsvolle Themen, wie beispielsweise Therapiebegrenzungen am Lebensende oder Entscheidungen für oder gegen bestimmte Behandlungsarten. Muss immer alles, was die moderne Medizin kann, auch gemacht werden? Wo liegen Grenzen und wie sehen die ethischen Leitplanken aus? Und: Wer entscheidet, wer bestimmt, was schlussendlich gemacht wird?

SLK-Geschäftsführer Thomas Weber bezeichnete das KEK in seinem Grußwort „gewissermaßen als moralischen Kompass der SLK-Kliniken“ und hob hervor, dass die Mitarbeitenden des KEK – die sich alle über ihren eigentlichen Job hinaus zusätzlich engagieren – darüber wachen, „dass wir als SLK-Kliniken Werte wie Respekt, Rücksicht, Vertrauen und Mitgefühl auch tatsächlich leben“. Gerade in einer Welt, in der die moderne Medizin immer mehr ermöglichen kann, gehe es verstärkt darum, den Fokus auf das zu legen, was entscheidend ist: Eine zugewandte Behandlung in einem menschlichen Krankenhaus, die die Meinungen, Wünsche, Sorgen und Nöte des Patienten selbst, seiner Angehörigen sowie die des medizinischen Personals umfassend miteinbezieht.

Bevor beim „get togehter“ ausreichend Zeit für intensive Gespräche blieb, blickte zunächst Dr. Wolfram Radunz, Leitender Oberarzt der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Pneumologie im Klinikum am Gesundbrunnen sowie Vorsitzender des KEK, auf wichtige Meilensteine in den vergangenen 20 Jahren zurück. Anschließend erläuterte der klinische Ethiker Adriano Paoli die Aufgaben eines Ethikkomitees im Allgemeinen sowie die Entwicklungen des Heilbronner KEK im Speziellen. Zudem referierte Prof. Verina Wild vom Institut für Ethik und Geschichte der Gesundheit in der Gesellschaft der Universität Augsburg zum Thema „Public-Health-Ethik“.
 

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