Steht dem „Kompetenzzentrum für Hernienchirurgie“ im Klinikum am Plattenwald als Chefarzt vor: Dr. Stephan Hagelmayer. Bildnachweis: SLK-Kliniken Heilbronn GmbH

20.12.2022

Mehr als nur eine Beule

zurück

Die häufigste Ursache – schwaches Bindegewebe. Sichtbares Symptom – beulenartige Vorwölbung. Die Rede ist von Hernien – der Verlagerung von Eingeweiden aus der Bauchhöhle. Das Klinikum am Plattenwald hat sich auf die operativen Möglichkeiten der Behandlung von Hernien spezialisiert.

Was für den Laien auf der ersten Blick wie eine große Beule aussehen mag, dessen Ursache liegt in den meisten Fällen in schwachem Bindegewebe. Immer dann, wenn Eingeweide durch eine Lücke in der Bauchwand aus der Bauchhöhle austreten, entsteht eine Hernie. Allein in der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie im Klinikum am Plattenwald, unter der Leitung von Chefarzt Dr. Stephan Hagelmayer, werden jährlich rund 400 Hernienpatienten versorgt. Auch wenn der Anteil der Notfalleingriffe – über alle Hernienarten und Geschlechter verteilt – bei lediglich rund vier Prozent liegt, ist eine Operation in den meisten Fällen unumgänglich. Zum einen werden Hernien in der Regel immer größer und zum anderen sind sie ohne Operation nicht heilbar. Hernien kommen am häufigsten in Form einer Leistenhernie, dem klassischen Leistenbruch, vor. Auch der Nabelbruch und der Narbenbruch zählen zu häufigen Hernienarten. Darüber hinaus kommen Hernien auch an der Bauchdecke zwischen Nabel und Brustkorb sowie an künstlichen Körperöffnungen vor.

Spezialisiert
Der Standort Plattenwald, als Teil des standortübergreifenden SLK-Zentrums für Allgemein- und Viszeralchirurgie, unter der Gesamtleitung von Zentrumsdirektor Prof. Yakup Kulu, hat seine Behandlungsmöglichkeiten in den zurückliegenden Jahren kontinuierlich erweitert. Chefarzt Dr. Hagelmayer: „Wir beobachten stetig steigende Fallzahlen bei Hernien. Auf diese Entwicklung haben wir reagiert und uns auf diesem Gebiet spezialisiert.“ Um das Ziel, Patienten mit der Diagnose Hernie alle gängigen Operationsmethoden anbieten zu können, zu erreichen, wurde intensiv an Fortschritten gearbeitet. Die drei Hernienchirurgen des Zentrums haben sich dafür in den letzten Jahren auf zahlreichen Kongressen, Fortbildungen und über Hospitationen das dafür notwendige Wissen und die chirurgischen Fähigkeiten angeeignet. Dieses Engagement zeigte Erfolg und mündete in der Zertifizierung zum „Kompetenzzentrum für Hernienchirurgie“ der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie und der Chirurgischen Arbeitsgemeinschaft Hernien. Alle für eine erfolgreiche Zertifizierung notwendigen strukturellen und qualitativen Vorgaben wurden deutlich erfüllt, insbesondere bei Komplikationen wie Infekten oder Reoperationen, aber auch bei der technischen Ausstattung. So werden beispielsweise zahlreiche laparoskopische Eingriffe in 3D-Technik durchgeführt, die ein noch präziseres und blutärmeres Operieren ermöglichen. „Das Klinikum am Plattenwald ist damit eines von insgesamt nur acht Hernienzentren in Baden-Württemberg“, hebt Dr. Hagelmayer die Bedeutung hervor und ergänzt: „ Dadurch haben wir die operative Versorgung dieser häufigen Erkrankung auf eine neue Stufe gestellt und sorgen für eine bestmögliche Hernienbehandlung für die gesamte Region.“

Durch das Hernienzentrum ist sichergestellt, dass die Indikationssprechstunde von einem benannten Hernienchirurgen, meist durch den Chefarzt persönlich durchgeführt wird. Bei allen geplanten Operationen ist mindestens einer der benannten Hernienchirurgen Teil des OP-Teams, in der Regel als Operateur.

Wöchentliche Sprechstunde
Die wöchentliche Herniensprechstunde findet immer dienstags und donnerstags statt.

Kontakt:

  • Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie im
    Klinikum am Plattenwald
  • Herniensprechstunde
  • Telefon: 07136 28 52010

zurück