Ersatz des Sprunggelenks mit einer Endoprothese

Ursachen des Sprunggelenkverschleißes

Meist sind Unfallfolgen Jahre nach Sprunggelenkfrakturen und Bänderrissen die Ursache des Sprunggelenkverschleißes (Arthrose). Die Arthrose verursacht zunehmende Schmerzen, abnehmende Beweglichkeit und Abnahme der Belastbarkeit.

Nicht-operative konservative Therapie

Bei beginnenden Beschwerden kann die Einnahme entzündungshemmender und schmerzunterdrückender Tabletten sowie das Tragen eines überknöchelhohen Stiefels die Arthroseschmerzen lindern. Zusätzlich helfen Dämpfungseinlagen und eine Abrollhilfe auf der Sohle.

Wann und was operieren?

Meistens reicht eine gute Schuhversorgung um eine ausreichende Belastbarkeit bei jedoch deutlich reduzierter Beweglichkeit zu erzielen. Wenn es trotz konservativer Maßnahmen zu keiner ausreichenden Minderung der Beschwerden kommt, sollte eine Operation erwogen werden.

  • Die Gelenkspiegelung (Arthroskopie) mit Entfernen von Entzündungsgewebe, Knorpelresten und Knochenwucherungen kann oft noch jahrelang eine Verbesserung bewirken.
  • Je nach Ausmaß der Arthrose und abhängig vom Patientenalter kommt in bestimmten Fällen der Einbau einer Prothese in das obere Sprunggelenk in Betracht.
  • In Fällen mit schmerzhafter Arthrose des oberen und unteren Sprunggelenkes sowie Fehlstellungen und schlechter Knochenqualität (z.B. bei Rheuma) ist die Versteifung des Gelenkes eine nach wie vor bewährte Alternative (Abb. 1).

Ambulante Vorstellung bei uns

Wenn Sie Ihr Chirurg oder Orthopäde zu einer ambulanten Vorstellung überwiesen hat, werden Sie nach Ihren Beschwerden befragt, körperlich untersucht und das Ausmaß des Sprunggelenkverschleißes durch Röntgenaufnahmen festgestellt. Gelegentlich wird mit einer Test-Injektion die Schmerzursache genauer lokalisiert. Voraussetzung für den Einbau einer Sprunggelenkprothese ist nämlich ein intaktes unteres Sprunggelenk, eine normale Gelenkstellung im Rückfuß und eine gute Knochensubstanz des Sprungbeines (Abb.2).

Sollte Ihnen eine Prothese empfohlen werden wird dann der Operationsablauf und die Nachbehandlung mit Ihnen besprochen. Im Anschluss erfolgt die Planung der Operation (OP-Termin, Vorbereitungen und erste Aufklärung zur OP, Prothesensystem etc.).

Endoprothesen für das Sprunggelenk

Mit Endoprothesen kann die Funktion des natürlichen Gelenkes mittlerweile recht gut wiederhergestellt werden. Vorteile sind in erster Linie die im Gegensatz zur Versteifung weiter erhaltene Beweglichkeit. Darüber hinaus kommt es in den angrenzenden Gelenken seltener zum Verschleiß als bei der Versteifungsoperation.

Im Vergleich zu Knie- und Hüftprothesen müssen Prothesen für das Sprunggelenk sehr viel seltener eingebaut werden. In unserer Klinik wird eine zementfreie Prothese bestehend aus den drei Komponenten Unterschenkelteil, Sprungbeinteil und Kunststoff-Inlay eingesetzt (Abb.3).

Die Prothesenkomponenten werden durch Anwachsen des Knochens an die Prothese verankert.

Operationsverfahren

In Abhängigkeit von der anatomischen Situation  wird nur die abgenutzte Gelenkoberfläche ersetzt und möglichst viel Knochen erhalten. Dieser wird nur so weit entfernt, dass er mit dem Ersatz aus Metall „überkront“ werden kann. Begleitende Achsfehlstellungen des Sprunggelenkes (Knickfuss) können dabei nicht korrigiert werden.

Narkose

Die Operationen werden in der Regel in einer Regionalanästhesie durchgeführt, was für den Patienten die schonendste Form der Narkose ist, aber auch eine Vollnarkose ist möglich. Während der Operation in Regionalanästhesie können Sie schlafen oder auch Musik hören. Vor der Operation werden Sie über die verschiedenen Möglichkeiten aufgeklärt.

Nachbehandlung

Bereits am ersten Tag nach der Operation kann der Patient unter Anleitung von Physiotherapeuten aufstehen. Das Sprunggelenk kann sofort nach der Operation aktiv durch den Patienten bewegt werden und erleichtert ihm das Wiedererlangen eines normalen Bewegungsumfanges. Nach zwölf bis vierzehn Tagen können die Hautnähte entfernt werden und es wird eine ambulante Rehabilitationsbehandlung angeschlossen. Die Gehstützen werden für 6 Wochen benötigt, um den Fuß zu entlasten, damit der Knochen an die Prothese anwachsen kann. Ein Gips wird nicht angelegt.