Pflege & Stationen

Station G48 – Stroke und Poststroke

Die Station G48 – "Schlaganfallstation" – besteht aus 24 Betten, 12 Stroke-Unit-Betten, 3 zusätzliche Überwachungsbetten und 9 sogenannten Poststroke-Betten.

Der englische Begriff "Stroke Unit" heißt wörtlich übersetzt "Schlaganfalleinheit“. Die Stroke Unit ist eine stationäre Sondereinrichtung der Klinik für Neurologie im SLK-Klinikum am Gesundbrunnen in Heilbronn. Vorrangiges Ziel dieser Spezialstation ist es, das verbleibende Ausmaß an Behinderung und Hilfsbedürftigkeit so gering wie möglich zu halten.

Hierbei sind folgende Maßnahmen von Bedeutung

  • Eine sofortige Einleitung diagnostischer Maßnahmen wie Computer- oder Magnetresonanztomographie (CT/MRT), Doppler- und Farbduplexsonographie, EKG oder Echokardiographie.
  • Die Durchführung besonderer therapeutischer Maßnahmen, wie der systemischen Thrombolyse (intravenös) oder der intraarteriellen lokalen Lyse oder der mechanischen, interventionellen Thrombektomie (in Kooperation mit der Sektion Neuroradiologie). Diese Maßnahmen sind nur in den allerersten Stunden nach Beginn des Schlaganfalls möglich.
  • Eine intensive Überwachung der Patienten: Kontinuierlich werden alle sogenannten Basisparameter wie EKG, Herzfrequenz, Blutdruck, Atemfrequenz und der Sauerstoffsättigung im Blut sowie Blutzucker und Temperatur mittels einer zentralen Monitoranlage überwacht. Der Patient unterliegt auf der Stroke Unit einer weitestgehend lückenlosen Überwachung in den ersten 24 bis 72 Stunden.
  • Die frühzeitige Einleitung einer Rehabilitation. Dazu gehören die Logopädie, Physiotherapie und Ergotherapie. Die Therapiemaßnahmen beginnen in den ersten 24 Stunden und werden auch am Wochenende durchgeführt, um optimale Therapieerfolge zu erzielen.
  • Die frühe Einleitung von weiterführenden Rehabilitationsbehandlungen in entsprechenden Fachkliniken durch unseren Sozialdienst. Die Prophylaxe, sofortige Erkennung und Behandlung von Komplikationen.
  • Die Durchführung interventioneller Verfahren zur Beseitigung einer Gefäßengstelle (Stenting) in Kooperation mit der Sektion Neuroradiologie.
  • Eine enge Zusammenarbeit verschiedener medizinischer Disziplinen wie z. B. Innere Medizin/Kardiologie und Radiologie.

So ist es möglich, in der entscheidenden Frühphase schnell und kompetent die notwendigen Schritte durchzuführen.

Auf der Stroke Unit wird die Thrombolysetherapie durchgeführt. Dabei handlt es sich um eine medikamentöse Auflösung eines Blutgerinnsels in einer Hirnarterie. Diese Therapieform kann nur innerhalb eines therapeutischen Zeitfensters von maximal 4,5 Stunden zu einer Genesung beitragen und dann bleibende Schäden wie Sprachstörungen oder eine Lähmung verhindern. Je früher die Thrombolysebehandlung beginnt, desto größer sind die Erfolgschancen. Die Thrombolyse kann nur auf einer Stroke Unit von Ärzten mit spezieller Schlaganfallkompetenz durchgeführt werden. Daher ist es wichtig, dass Schlaganfallpatienten zum frühest möglichen Zeitpunkt auf eine Stroke Unit gebracht werden.

Im Anschluss an das Akutstadium der ersten Stunden und Tage erfolgt die Weiterbehandlung und Frührehhabilitation im selben Stationstrakt G48 auf der Post-Stroke-Station.

Bei Verlegung des Patienten von der Stroke Unit auf die Post-Stroke-Station bleibt das Behandlerteam, bestehend aus Ärzten, Krankengymnasten, Logopäden und Ergotherapeuten, möglichst konstant, um das gesamte Wissen über den bisherigen Verlauf der Erkrankung nutzen zu können. Hierdurch wird der nötige Informationsfluss gesichert.

Neben der Dauerüberwachung lebenswichtiger Funktionen wird die Akuttherapie wie auf der Stroke Unit mit einer frühen Mobilisations- und Rehabilitationsbehandlung kombiniert. Logopädie, Ergotherapie und Physiotherapie werden von Anfang an bis zur Entlassung des Patienten bei bestehenden Defiziten fortgeführt. Regelmäßig finden strukturierte Teambesprechungen statt.

Nach der Akutkrankenhausbehandlung ist bei einigen Patienten, je nach Ausmaß der Schlaganfallfolgen, eine stationäre Rehabilitationsbehandlung in einer geeigneten Rehabilitationseinrichtung notwendig.

Die Klinik für Neurologie nimmt an der externen vergleichenden Qualitätssicherung der Schlaganfallbehandlung in Baden-Württemberg unter Federführung der Geschäftsstelle Qualitätssicherung im Krankenhaus (GeQiK) in Stuttgart teil. Sie kann in allen wichtigen vergleichbaren Einzelpunkten gute bis sehr gute Ergebnisse vorweisen.

Station G58A

Die Station G58A betreut und behandelt alle akut-neurologischen Krankheitsbilder und verfügt über 26 Betten.

  • Weiterversorgung von Schlaganfallpatienten nach der Akutphase
  • Epilepsie
  • immunologische Krankheiten wie Multiple Sklerose oder Myasthenie
  • neurologische Bewegungssstörungen wie die Parkinsonkrankheit
  • entzündliche Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems
  • Hirntumore
  • neuroorthopädische Erkrankungen
  • Migräne und andere Kopfschmerzen
  • Demenzerkrankungen und andere Hirnleistungsstörungen

Auch hier findet das Konzept der Aktivierenden Pflege Anwendung.

Station G58L - Gestufte Pflege (Low-Care)

Ziel einer gestuften Versorgung ist die Zusammenfassung wenig pflegeintensiver Patienten mit mutmaßlich kurzem Aufenthalt auf der Station G58L. Die Station betreut und behandelt ausschließlich Patienten mit geringem Pflegeaufwand. Dies erfordert bereits bei der Anmeldung, spätestens aber zum Aufnahmezeitpunkt, eine fachärztliche und pflegerische Selektion.

Die kurze Verweildauer auf der Low-Care-Station setzt eine Optimierung und Ökonomisierung der diagnostischen Abläufe voraus. Dies erfordert vom stationsärztlichen Dienst neurologische Erfahrung und Entscheidungsfreudigkeit, vom Pflegepersonal hohes Organisationsgeschick und von beiden Berufsgruppen ein besonderes Maß an ineinandergreifendem Arbeiten.