Die Nachbehandlung

Eine Nachbestrahlung muss immer durchgeführt werden, wenn das brusterhaltende Operationsverfahren gewählt wurde. Im Falle einer Mastektomie wird eine Nachbestrahlung bei einem großen Primärtumor oder bei dem Befall mehrerer Lymphknoten in der Achselhöhle empfohlen.

Durch Spezialfärbungen am Tumorgewebe wird untersucht, ob der Tumor auf weibliche Geschlechtshormone reagiert. Eine Therapie mit Hormonblockern (Antiöstrogenen oder Aromatasehemmern) wird durchgeführt, wenn der Tumor eine Hormonempfindlichkeit zeigt. Diese Therapieverfahren sind sehr gut verträglich und weisen nur wenig Nebenwirkungen auf. Deswegen wird Frauen, die einen hormonempfindlichen Tumor hatten, eine solche Nachtherapie in den meisten Fällen empfohlen.

Schwieriger zu beantworten ist die Frage einer Nachtherapie mit Hilfe der Chemotherapie. Die Chemotherapie wurde früher nur bei Patientinnen angesetzt, bei denen der Tumor bereits zu Absiedlungen in den Lymphknoten geführt hat. In zahlreichen Untersuchungen bei einer großen Zahl von Brustkrebspatientinnen zeigte sich in den letzten Jahren, dass bei sehr vielen der betroffenen Frauen das Auftreten von Metastasen durch eine frühzeitige Chemotherapie verhindert werden kann. Diese Verhinderung der Metastasenentwicklung bezeichnet man als adjuvante oder unterstützende Chemotherapie. Aufgrund der guten Erfolge wird eine Chemotherapie in ausgewählten Fällen jetzt auch bei freien Lymphknoten in der Achselhöhle empfohlen. In jedem Fall kann die endgültige Entscheidung aber erst nach Vorliegen der oben beschriebenen Untersuchungsbefunde getroffen werden. In der Regel liegen diese Ergebnisse nach 5-7 Tagen vor, so dass das weitere Vorgehen nicht immer vor der Entlassung aus der stationären Therapie besprochen werden kann.

Mit Herceptin (Trastuzumab) steht jetzt ein weiteres Medikament für die Behandlung von Brustkrebs zur Verfügung. Herceptin wirkt aber nur bei einem Teil der Patientinnen. Bei uns wird jeder Tumor untersucht, ob er auf eine Behandlung mit Herceptin anspricht. Auch dieses Ergebnis wird in der  Konferenz des Brustzentrums besprochen.

Die Nachsorge

Die im Brustzentrum zusammen geschlossenen Kliniken sind für die operative und medikamentöse Behandlung von Brustkrebs zuständig. Auch die Strahlentherapie gehört zu den Aufgaben eines Brustzentrums. Nach der Durchführung dieser Therapieschritte ist die Primärbehandlung abgeschlossen. Jetzt kommt die Phase der Nachsorge. Die Nachsorge wird wieder von der niedergelassenen Frauenärztin, dem niedergelassenen Frauenarzt durchgeführt. Die Frauenärztin, der Frauenarzt wird über die Therapie des Brustzentrums regelmäßig informiert und kann so auch schon während der Therapie bei Fragen, Sorgen und Problemen helfen.