Shuntchirurgie

Das Süddeutsche Shuntzentrum der Klinik für Gefäß- und Endovaskularchirurgie gehört mit mehr als 700 Dialyseoperationen zu den größten Shuntzentren in Deutschland. Das Leistungsspektrum umfasst die Erstanlage und Revisionseingriffe von Gefäßzugängen, die Anlage sogenannter Gefäßersatzshunts mittels PTFE-Prothesen und die Anlage und den Wechsel von Dialyse-Vorhofkathetern. Eine besondere Expertise besteht bei der Korrektur und Revision bereits existierender Gefäßzugänge. Auch selten benötigte Operationsverfahren zur Anlage eines Gefäßzugangs kommen zur Anwendung.

Dialysekatheter

Die Nieren sind in unserem Körper für die Ausscheidung von Stoffwechselprodukten und für den Wasserhaushalt zuständig. Bei einer Niereninsuffizienz können diese ihrer Funktion nicht mehr ausreichend nachkommen, so dass es zu einer langsamen Vergiftung des Körpers oder einer Überwässerung führt. Sinkt die Nierenfunktion unter einen kritischen Wert ist eine Blutwäsche (= Dialyse) erforderlich. Durch eine Kurzschlussverbindung (Shunt) zwischen einer Arterie und einer oberflächlich verlaufenden Vene wird ein ausreichend hoher Blutfluss in der Vene sowie eine Verdickung der Venenwand mit gleichzeitiger Erweiterung der Vene erzeugt, so dass diese einfach und regelmäßig punktiert werden kann. Darüber hinaus kann eine Dialyse auch über einen in eine große Vene eingelegten Kunststoff-Katheter (Shaldon, Demers) erfolgen.

OP

Die Operation erfolgt meist in Lokalanästhesie oder örtlicher Betäubung, seltener in Vollnarkose. Nach vorheriger Planung mittels Ultraschall erfolgt die Anlage so peripher wie möglich, zum Beispiel am Handgelenk oder Unterarm. Über einen kleinen Schnitt werden Arterie und Vene miteinander verbunden, bei unzureichenden Gefäßverhältnissen kann auch eine Kunststoffprothese implantiert werden, die teilweise bereits nach wenigen Stunden punktiert werden kann.

Da die Shuntreifung ca. zwei-sechs Wochen benötigt, sollte die Shuntanlage möglichst frühzeitig erfolgen. So steht der Shunt zur Verfügung, wenn die Dialyse eingeleitet werden muss und die Anlage eines Venenkatheters möglichst vermieden wird.

Revisionseingriffe erfordern eine große Erfahrung in der Shuntchirurgie um den Dialysezugang möglichst lange zu erhalten und die vorhandenen begrenzten Venen für weitere Folgeeingriffe zu schonen. Sowohl Dialysekathter als auch Shunts haben eine begrenzte Lebenserwartung, so dass Revisionseingriffe insbesondere bei immer längeren Dialysezeiten stark zunehmen.

Die Abteilung verfügt über ein Expertise von mehr als 15.000 Shunteingriffen und kann daher auch bei oftmals komplexen Situationen Behandlungsmöglichkeiten anbieten. Diese Qualität und Erfahrung spiegelt sich auch in dem weit überregionalen Einzugsgebiet wieder.