Elektrochemotherapie

Die Entwicklung kutaner Metastasen ist ein häufiger Prozess in der klinischen Entwicklung von Tumoren wie Mammakarzinom oder Melanom. Die Beherrschung der Filialisierung ist häufig eine Herausforderung, da ein chirurgisches Vorgehen oft aufgrund der multiplen Metastasen als Option ausscheidet. Hier könnte die Elektrochemotherapie eingesetzt werden. Das Prinzip der Elektrochemotherapie besteht in der Applikation eines elektrischen Impulses über der Metastase. Zuvor wird niedrig dosiert ein Zytostatikum verabreicht. Dieses soll die Zellteilung und damit das Wachstum der Zelle hemmen. Durch den elektrischen Impuls werden die Zellmembranen für kurze Zeit perforiert, so dass durch die erhöhte Permeabilität das Zytostatikum gezielt in die Zellen einwandern kann, die dem elektrischen Impuls ausgesetzt wurden.

Durch die selektive Behandlung genügen sehr geringe Mengen des Zytostatikums, so dass nicht mit nennenswerten Nebenwirkungen zu rechnen ist. In Vorversuchen haben sich Bleomycin und Cisplatin als die geeignetsten Zytostatika erwiesen.

Die Elektrochemotherapie wird erfahrungsgemäß am besten in einer Kurznarkose durchgeführt. Nach intravenöser Applikation (Injektion in ein Blutgefäß) des Zytostatikums kann nach wenigen Minuten die Behandlung der Hautmetastasen erfolgen. Hierzu wird mittels Nadelsonden in dem Tumorknoten ein elektrischer Impuls ausgelöst. Neben der zytotoxischen Wirkung des Chemotherapeutikums kommt es in dem behandelten Areal zu einer Anämie (Verminderung der Hämoglobin-Konzentration im Blut), wodurch die Blutversorgung des Tumors reduziert wird. Dadurch kommt es auch zu einer Anhäufung toxischer Metabolite und einem längeren Verbleib des Zytostatikums im behandelten Gewebe. Es wird des Weiteren eine Aktivierung dendritischer Zellen diskutiert, die zu einem zusätzlichen antitumorösen Effekt führt.

Im Verlauf wird das Tumorgewebe nekrotisch (stirbt ab) und heilt ab. Die Elektrochemotherapie kann mehrfach wiederholt werden. Erwähnenswerte Nebenwirkungen sind gelegentlich Muskelschmerzen, Erytheme, Nekrosen. Das Risiko einer Lungenfibrose durch Bleomycin wird durch die geringe applizierte Menge (max. 30 mg) sowie die Begrenzung der kumulativen Menge auf 300 mg reduziert.