Sich gelb ärgern – Erkrankungen der Leber und Gallenblase

Die Leber ist zuständig für die Verarbeitung einiger mit der Nahrung aufgenommener Nährstoffe. Hierfür wird ihr das nährstoffreiche Blut durch die Pfortader in die Leber transportiert. Dort erfolgt die Verstoffwechselung dieser und die Weiterleitung in den Körperkreislauf, so dass alle Organe mit Nährstoffen versorgt werden können.

Des Weiteren findet in der Leber unter anderem die Verstoffwechselung vom Endprodukt Bilirubin aus dem Abbau des Hämoglobin (roter Blutfarbstoff) statt,  welches dann als Teil der Gallenflüssigkeit über die Gallenwege abgegeben wird.

Die Gallenflüssigkeit kann, wenn sie nicht in produziertem Ausmaß benötigt wird, in der Gallenblase gespeichert werden und wird bei Aufnahme fettreicher Nahrung und/oder Alkohol zur besseren Verdauung abgegeben.

Warum wird man gelb?

  1. Der Abbau des Bilirubins ist gestört (z.B. durch eine Funktionseinschränkung der Leber durch Hepatitis oder Lebertumoren (gutartig/bösartig)
  2. Die Abflusswege sind nicht durchgängig (z.B. durch einen Gallenstein, der den Abfluss über die Gallenwege verhindert)
  3. Erhöhter Abbau von Hämoglobin und vermehrte Anzahl von Bilirubin

Gemein haben alle Möglichkeiten, dass der Bilirubingehalt im Blut erhöht ist. Dies kann dazu führen, dass sich Skleren (Lederhäute der Augen) und meist im Verlauf auch die Haut gelb verfärben können.

Diagnostik:
Der körperlichen Untersuchung folgt zunächst in der Regel eine Ultraschalluntersuchung. Bei Lebertumoren ist häufig die Durchführung einer Computertomographie (CT) und einer Kernspintomographie (MRT) notwendig.

Häufige Krankheitsbilder an Gallenblase und Leber

Gallensteinleiden

Gallensteine sind ein häufiges Leiden. Sie können durch Speicherung der Gallenflüssigkeit und eindicken dieser bei wenig benötigter Menge in der Gallenblase entstehen und bei erhöhtem Bedarf an Gallenflüssigkeit (z.B. nach sehr fettreicher Nahrung) mit ausgeschwemmt werden. Dies kann zu einem Verschluss des Gallengang und einer Entzündung der Gallenblase führen, oder zu kolikartigen Schmerzen.

Sobald es zu Beschwerden gekommen ist, ist die Gallenblasenentfernung sinnvoll. .
Die Cholezystektomie (Entfernung der Gallenblase) wird in der Regel laparoskopisch (per Bauchspiegelung) durchgeführt. Dabei wird die Gallenblase aus dem Leberbett herausgelöst und die zu- bzw. abführenden Gefäße durchtrennt.

In seltenen Fällen  (insbesondere bei Voroperationen) ist eine konventionelle Operation (offen durch Bauchschnitt) indiziert. Dies wird bei der OP-Planung mit Ihnen besprochen

Die Dauer des stationären Aufenthaltes beträgt in der Regel 3-4 Tage bei der laparoskopischen Entfernung.

Leberzysten

Leberzysten sind häufig symptomlos und meist ein Zufallsbefund. Sollten sie Schmerzen verursachen ist eine Entfernung durch eine Laparoskopie (Bauchspiegelung) meist möglich. Hierbei erfolgt zunächst das Absaugen der Flüssigkeit aus der Zyste, gefolgt von der Entfernung des Zystendachs. Dies ist bei sogenannten parasitären Zysten, die durch den Erreger Echinococcus entstehen nicht möglich. Hier ist eine Operation in konventioneller Methode (Bauchschnitt) notwendig.

Die Dauer des Klinikaufenthaltes ist abhängig von der Zystengröße und der Operation.

Gutartige Lebertumore

Auch gutartige Lebertumoren sind häufig symptomlos und werden als Zufallsbefund festgestellt. Die Indikation zur Operation wird häufig dann gestellt, wenn ein Tumor sich vergrößert und/oder Schmerzen auftreten.

Die Operation erfolgt in der Regel konventionell (über Bauchschnitt). Hierbei ist es möglich Keile oder einzelne Segmente der Leber zu entfernen. Bei größeren Tumoren ist es unter Umständen auch notwendig eine Hemihepatektiomie (Entfernung eines Leberlappens) durchzuführen. Hierbei wird zur Vermeidung von hohen Blutverlusten ein Ultraschallskalpell („CUSA“) eingesetzt.

Die Dauer des Klinikaufenthaltes ist abhängig von der Tumorgröße und der Größe der Operation.

Bösartige Lebertumore

DKG-Leber-Logo

Ob es sich bei bösartigen Lebertumoren um originäre Lebertumoren oder um Metastasen handelt, in vielen Fällen ist die operative Entfernung der Geschwülste die favorisierte Vorgehensweise, wobei gesundes Lebergewebe weitgehend geschont wird. Bei sehr großen Tumoren oder bei Befall mit mehreren Herden kann es auch um die Entfernung von einem der beiden Leberlappen gehen (Hemihepatektomie). Jede Therapieentscheidung basiert auf der eingehenden Erörterung  innerhalb unserer Tumorkonferenzen, an denen alle Fachdisziplinen teilnehmen. Da unsere Klinik große Erfahrung bei der Behandlung von bösartigen Lebertumoren besitzt und bei Leberoperationen mit einer extrem niedrigen Komplikationsrate aufwarten kann, wurde von der Deutschen Krebsgesellschaft das Zertifikat „Leberkrebszentrum mit Empfehlung der Deutschen Krebsgesellschaft“ vergeben.