Orthopädie und Unfallchirurgie

Fortschritte in der arthroskopischen Chirurgie

Die anatomische Doppelbündelrekonstruktion des vorderen Kreuzbandes

Das vordere Kreuzband besteht aus zwei Bündeln: Einem anteromedialen Bündel, welches sich hauptsächlich in der Beugung anspannt und einem posterolateralen Bündel, das für die Stabilität in der Streckstellung und für die Rotationsstabilität zuständig ist. Um also die vollständige Wiederherstellung der Funktion des vorderen Kreuzbandes zu erreichen, ist die Rekonstruktion beider Bündel erforderlich.

Die arthroskopische Technik unterscheidet sich nicht wesentlich von der anatomischen Einzelbündelrekonstruktion. Nach Entnahme der Semitendinosussehne (meist reicht diese aus und nur in Einzelfällen wird zusätzlich die Gracilissehne benötigt) wird ein ca. 8 cm langes Doppelbündel für das anteromediale Bündel und ein ca. 6 cm langes Doppelbündel für das posterolaterale Bündel vom Assistenten auf dem Sehnenboard vorbereitet.

Zwischenzeitlich erfolgt die Anlage der femoralen Bohrkanäle über zwei tiefe anteromediale Portale in 110-Grad-Beugestellung des Kniegelenkes. Zur Anlage des zweiten femoralen Tunnels wird ein spezielles Zielgerät verwendet, das durch Einhaken in den ersten Tunnel einen definierten Abstand vorgibt. Damit wird die notwendige Divergenz der Tunnel erreicht.

Nach Messen der jeweiligen Tunnellänge erfolgt die Anlage der Sacköffnungen analog der Transplantatdurchmesser. Zur Anlage der tibialen Tunnels wird ein besonderes Zielgerät benötigt welches die Möglichkeit hat, nach Bohren des ersten K-Drahtes das Zielgerät zu verschieben und somit einen zweiten K-Draht in einem definierten Abstand zum ersten einzubohren. Auch diese Tunnel werden anschließend gemäß der Transplantatdurchmesser überbohrt. Die Transplantate wurden inzwischen mit einem Endobutton mit Loop (kleines Plättchen mit einer Schlaufe) je nach Länge der gemessenen femoralen Tunnel armiert.

Sie werden anschließend in das Kniegelenk eingezogen und danach auch tibial fixiert.

Die Nachbehandlung unterscheidet sich nicht von der Kreuzbandrekonstruktion in der Einzelbündeltechnik und auch der operative Aufwand ist nur geringfügig erhöht.

Seit Januar dieses Jahres führen wir in Möckmühl diese Technik mit bisher guten Behandlungsergebnissen durch. Ob langfristig die Ergebnisse besser sind als die bisher durchgeführte Einzelbündelrekonstruktion bleibt abzuwarten. Studien haben nach 24 Monaten aber bereits eine signifikant bessere Stabilität gegenüber der anatomischen Einzelbündelrekonstruktion bewiesen. Somit werden vor allem Patienten mit hohem sportlichen Anspruch von der Methode profitieren.

Knie und Hüften

 Gelenkspiegelungen (Arthroskopien)

In Möckmühl haben wir uns auf folgendes Spektrum der arthroskopischen Kniegelenksoperationen spezialisiert:

  • Meniskusglättung
  • Meniskusnaht
  • Meniskusrefixation
  • Meniskusersatz
  • Kreuzbandersatz (Doppelkanaltechnik)  
  • Knorpelabrasion
  • Microfrakturierung
  • matrixgekoppelte Microfrakturierung
  • Mosaikplastik
  • OATS (Knorpel-Knochentransplantation)
  • matrixgekoppelte Knorpelzelltransplantation (ACT)
  • laterales Release und Raffung des medialen Retinakulums bei Störungen der Patellafunktion
  • Hüftgelenkspiegelungen

Umstellungsosteotomie (Korrekturen der Beinachse)

  • Korrektur O-Beine, X-Beine, postraumatische Fehlstellungen
  • Korrektur an Oberschenkel und Unterschenkel
  • Einsatz moderner Fixationssysteme (Tomofix).

Gelenkflächenersatz Knie

Die Operationen sind meist in minimal-invasiver Technik möglich. 

  • Schlittenprothesen
  • bicondyläre Knieendoprothesen
  • geschlechtspezifische Endoprothesen (Frauenprothesen)
  • gekoppelte und teilgekoppelte Knieendoprothesen
  • Prothesen für Allergiker
  • Knieprothesen mit erhöhter Beugefähigkeit
  • Prothesen mit angepasstem Patellaschild (oft für Frauen erforderlich)
  • Prothesen für Rheumatiker
  • Knie-Prothesenwechsel

Hüftgelenkersatz

  • zementfreie Prothesen mit großen Köpfen für einen erweiterten Bewegungsradius
  • Kurzschaftprothesen
  • zementierte Prothesen
  • Prothesen für Rheumatiker
  • Prothesen für Allergiker
  • Prothesenwechsel

Minimalinvasiver Eingriff bei Hüftschmerzen

Bei Hüftschmerzen setzen wir die sogenannte AMIS-Methode ein – ein schonendes Verfahren, das postoperativ die Hüftschmerzen reduziert und die Beweglichkeit der Patienten verbessert. AMIS steht für „Anterior Minimal Invasive Surgery“, das sinngemäß mit „Zugang zur Hüfte von der Vorderseite“ übersetzt werden kann. Das heißt, der Eingriff erfolgt nicht wie bei der konventionellen Methode von hinten oder seitlich der Hüfte, sondern von vorne. Bei diesem minimal-invasiven Eingriff sind lediglich kleine Schnitte nötig, über die anschließend die entsprechenden Operationsinstrumente eingeführt werden. Dabei muss keine Muskulatur abgelöst werden und der Chirurg erreicht das Hüftgelenk in einem Fenster zwischen zwei Muskeln. Vorteil: Muskeln, Blutgefäße und Nerven werden bestmöglich geschont. Neben kleineren Narben und weniger Blutverlust, können postoperativ Schmerzen reduziert werden und in den meisten Fällen wird noch am Operationstag mit der Rehabilitation begonnen. Dadurch wird die Genesungszeit massiv verkürzt und der Patient kann schneller wieder in seinen gewohnten Alltag zurückkehren.

Schultern und obere Extremität

Arthroskopische Operationen der Schulter bei

  • Arthrose
  • Arthritis
  • Impingmentsyndrom
  • Sehnenentzündung
  • kalkbildende Sehnenentzündung
  • Riss der Rotatorenmanschette
  • Schulterluxation
  • speziellen Verletzungen/Veränderungen und deren Folgen: Slap-Läsion, Pulley Läsion etc.

Offene Operationen bei großen Defekten der Rotatorenmanschette:

  • Muskeltransferoperationen
  • Ersatzplastiken der Rotatorenmanschette mit xenogenen Materialien

Schultergelenksersatz bei Arthrose

  • Oberflächenersatz
  • Hemiprothese
  • Vollprothese
  • inverse Prothese bei Defekten der Rotatorenmanschette

Arthroskopische Operationen des Ellenbogengelenks

  • Entfernung freier Gelenkkörper
  • Entfernung der Gelenkinnenhaut
  • Débridement von erkranktem Knorpel
  • Microfrakturierung (Ersatzknorpelbildung)
  • Arthrolyse (Verbesserung der Beweglichkeit)

Operationen bei Tennis- und Golferellenbogen

Operation bei Nerven-Engpasssyndrom

  • Sulcus ulnaris Syndrom
  • Suppinatorlogen-Syndrom

Offene Arthrolyse bei Bewegungseinschränkung des Ellenbogens

Handchirurgie

  • Carpaltunnelsyndrom
  • schnellende Finger
  • Ganglion
  • Dupuytrensche Kontraktur
  • Weichteil- und Sehnenverletzungen
  • Frakturen der Handskeletts

Arthroskopische und offene Verfahren bei Verletzungen

  • insbesondere Verletzungen der Rotatorenmanschette des Schultergelenks
  • arthroskopische Therapie bei der Schulterausrenkung
  • minimal-invasive Osteosynthese der Schlüsselbeinfraktur
  • Osteosynthese der (komplizierten) Oberarmkopffraktur mit modernen Nagel- und Plattensystemen, oft minimal-invasiv möglich
  • Ostesynthese der Frakturen der oberen Extremität

Sprunggelenke und Fuß

Arthroskopische Sprunggelenksoperationen

Es gibt heute eine Vielzahl an Operationsmöglichkeiten, die wir arthroskopisch durchführen können ohne dabei die Gelenkfunktion und Integrität wesentlich zu stören. Im Bereich der Sprunggelenkoperationen sind dies z. B.:

  • Entfernung von losen Knorpelfragmenten
  • Knorpelglättung
  • Entfernung entzündeter Gelenkinnenhaut 
  • Knorpelrefixation bzw. Microfrakturierung (Anmeißeln des Knochens zur Ersatzknorpelbildung) bei losgelösten Knorpelfragmenten
  • Knorpelknochentransplantation (Mosaikplastik) bei jungen Patienten
  • Entfernung freier Gelenkkörper

Unfallchirurgie

Behandlung von Verletzungen und deren Folgen

  • Ersatz des vorderen und hinteren Kreuzbandes
  • Doppelkanaltechnik bei der vorderen Kreuzbandersatzplastik
  • Bandplastiken bei ausgedehnten Kniegelenksverletzungen
  • operative Versorgung aller Frakturen (Knochenbrüche) der unteren Extremität mit modernsten Platten- und Nagelsystemen bzw. Endoprothesen