Rückblick Galerie im Klinikum

Galerie im Klinikum - Lebenslinien - 24. November 2015

Mit ihren Bildern machen sich die Patienten oftmals selbst Mut.

„Lebenslinien – Lebensschichten“ heißt die derzeitige Ausstellung der Malereien von Krebspatienten des onkologischen Schwerpunktes am Klinikum am Gesundbrunnen. Dr. Eva Saalfeld, Psychoonkologin, ließ sich 2013 zur Maltherapeutin ausbilden und ermöglicht dadurch vielen Patienten in ihrer schwersten Lebensphase, sich selbst einen Freiraum, einen „Malraum“, zu schenken. Patienten, die von dieser Krankheit aus ihrem Alltag herausgerissen wurden, gelingt es durch das Malen oftmals, sich selbst zu erkennen, wie sie die Krankheit bewältigen, wie sich im Laufe der Zeit Farben und Motive im Einklang mit Therapieerfolg verändern. Blumenzwiebeln als Kraftquelle oder das Mut-machen „Ich schaffe das!“ werden durch Bilder ausgedrückt. Sie drücken aber auch die veränderte, eigene Wahrnehmung aus. „Ich bin ich selbst! So wie ich bin, bin ich liebenswert! Was geschehen ist, kann ich nicht ausradieren. Alles ist ein Teil von mir. Ich akzeptiere – respektiere“, beschreibt eine Patienten ihre Gefühle zu einem Selbstbildnis. Alle Bilder zeigen, wie Menschen mit Krebs Ressourcenfelder entdecken und nutzen, Hoffnung erfahren und spirituelle Sehnsüchte erleben. Musikalisch umrahmt wurde die Ausstellung von Violinistin Ana-Maria Lungu. Die Ausstellung kann noch bis Ende Februar 2016 besucht werden.(pag)

Galerie im Klinikum - Chirurgie und Kunst - 9. Juni 2015

In seiner Begrüßung spannte Professor Marcus Hennersdorf, Ärztlicher Direktor im Klinikum am Gesundbrunnen, den Bogen der künstlerischen Darstellung des menschlichen Körpers in der Medizin von der Antike bis zur Neuzeit: „Bilder oder Zeichnungen vom Innern des Menschen sind erst in neuerer Zeit möglich und ethisch erlaubt“. Dass Medizin auch Kunst ist, wurde bei der Vernissage „Chirurgie und Kunst“ in der „Galerie im Klinikum“ aus mehreren Blickwinkeln deutlich. „Die chirurgische Heilkunst war ein zentraler Begriff auf dem diesjährigen Chirurgenkongress“, berichtete Professor Dr. Egbert Hagmüller, Direktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie, bei der Eröffnung. Kunst bezieht sich nicht nur auf Skizzen oder Bilder in der Medizin, wie die Ausstellung eindrucksvoll zeigt. Kunst bezieht sich auch auf das handwerkliche Geschick, wie das griechische Wort „Cheirurgia“ verdeutlicht. Faszinierende Bilder des geöffneten Körpers, Bilder von präzisen, chirurgischen Präparationen werden auch durch die spezifischen menschlichen Gewebefarben ästhetisch. Sie sind nur möglich, wenn die diffizilen anatomischen Strukturen sorgsam fachgerecht chirurgisch herausgearbeitet werden. Dann erst zeigt sich in dieser Kunst ein gutes Operationsergebnis, das für den Patienten und den Operateur Zufriedenheit und Erfolg bedeutet. Musikalisch umrahmt wurde die Ausstellungseröffnung von den Mundharmonikaspielern „Goschahobler“ aus Stuttgart mit so schwungvollen Titeln wie „Ob-La-Di, Ob-La-Da“ von den Beatles. (pag)

 

 

Galerie im Klinikum - Wunderwelt Blut - 16. September 2014

Artikel aus der Heilbronner Stimme vom 18.09.2015 von Angela Groß

Die Galerie am Gesundbrunnen präsentierte von September 2014 bis Juni 2015 die Bilderausstellung „Wunderwelt Blut“. Die Ausstellung nahm den Betrachter mit in die überraschend formen- und farbenreiche Welt der Zellen in mikroskopischen Blutpräparaten und zeigte die ästhetische Qualität sowohl von gesunden als auch kranken Zellen.

Die Durchführung der Ausstellung lag bei der Medizinischen Klinik III des Klinikums am Gesundbrunnen.
Konzept und Präsentation:
Prof. Dr. med. Uwe Martens, Direktor der Med. Klinik III
Dr. med. Markus Lindauer, Oberarzt

Galerie im Klinikum - "Immer der Nase nach" - 3. Juni 2014

Bei „Galerie im Klinikum“ stellte Professor Burkard M. Lippert, Direktor der Klinik für HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie, seine Klinik völlig anders vor als seine Direktorenkollegen Professor Harald Löffler, Hautklinik und Professor Reinhard Hackenberg, Frauenklinik. In seinen einführenden Worten schilderte er seine Gedanken bei der Vorbereitung zur Ausstellung mit dem Titel „Immer der Nase nach“: Bilder von Operationen aus seinem Arbeitsbereich wollte er den Ausstellungsbesuchern nicht kommentarlos anvertrauen und so reifte die Idee, die Literatur zu den Themen Hals, Nase und Ohr zu befragen.

Fündig wurde er bei Wilhelm Busch, dessen Zeichnungen er als erste Comics bezeichnete. So kommt es, dass in den nächsten drei Monaten Ausschnitte aus Bildergeschichten des Dichters unter andern von „Max und Moritz“ und „Das Pusterohr“ in prallem Rot auf dezentem Grau die Wände im Klinikum zieren. Dazwischen kann der Betrachter bekannte Redewendungen oder Begriffe in knalligem Rot zu Lipperts Fachgebiet lesen. Akkurat und plakativ sind die einzelnen Buchstaben zu jedem Thema angeordnet. „Die Nase voll haben“, „an der Nase herumführen“, „das schnürt mir den Hals zu“, „Hals über Kopf“ oder „da klingeln die Ohren“ sind Redewendungen, die sowohl zum Nachdenken inspirieren, zum Schmunzeln anregen, als auch zum Verweilen einladen.

Für die musikalischen Unterbrechungen sorgte Uwe Woltmann, Fingerstyle-Gitarrist. Passend zu den humorvollen Skizzen spielte er neben „Springtime“ ein Medley in C-Dur „ Zwei mal drei macht vier…“. Trotz rascher Tonfolge erkannten die Besucher das Pipppi-Langstrumpf-Lied. Alle waren von der Vernissage begeistert und genossen die vielen Eindrücke bei einem Glas Sekt oder tiefrotem Traubensaft.(pag)

Galerie im Klinikum - "männlich oder weiblich?" - 17. September 2013

„Was ist es?“ - wohl die häufigste Frage in der Geburtenabteilung der Frauenklinik am Gesundbrunnen. Der Weg zur Auflösung dieser Frage ist der „Galerie im Klinikum“ mit 3D-Ultraschallbildern und erläuternden Zeichnungen gut gelungen. Geheimnisvoll, in sich versunken zeigen die Ungeborenen ihre Gesichtsausdrücke. Daumen lutschend oder nachdenklich den Kopf in den Händen haltend wirken die Kinder auf den Betrachter wie kleine Genießer oder große Philosophen. Plastisch wie in Bronze gegossen oder von Künstlern zart gezeichnet stellen sich Beine, Arme und die Geschlechtsmerkmale dar. Sprachlich sind sie, so Prof. Dr. Hans-Joachim Rumpelt bei seiner Einführung, wegen der Artikel „der“ und „die“ Zwitter: der Fuß, der Po, der Kopf, die Wange, die Hüfte und die Hand. Die Ausstellung wird weiter wachsen, denn die Eltern oder die Geschwister sollen von ihrem Neuankömmling ein Portrait malen, das ihnen später zurückgegeben werden wird, so dass sie noch nach Jahrzehnten hören können: „Du bist am Gesundbrunnen geboren und dein Portrait war monatelang ausgestellt.“ Umrahmt wurde die Eröffnung der Vernissage von Dr. Matthias Schwarzer, Querflöte, der mit seiner Eigenkomposition „Werden“ die zahlreich erschienenen Besucher begeisterte. Die Ausstellung ist noch bis März 2014 zu sehen. (pag)

Galerie im Klinikum - Haut & Rinde - 19. Februar 2013

Galerie im Klinikum - Haut & Rinde - 19. Februar 2013

Michael Knüppel, Kaufmännischer Direktor, zeigte sich in seinem Begrüßungsworten hoch erfreut darüber, dass der Elan für das Engagement der Mitarbeiter die SLK-Kliniken in einem positiven Licht darzustellen unter den Ereignissen in der jüngsten Vergangenheit nicht gelitten hat. Die Arbeit, die Darstellung der Objekte des Klinkalltags werden auch in der zweiten Fotoausstellung „Haut &Rinde“ in eindrucksvoller und durch die Liebe zum Detail geprägter Weise dem Betrachter nahe gebracht.

Kunstformen der Haut

Prof. Dr. Harald Löffler, Klinikdirektor der Hautklinik am Gesundbrunnen, legte in seinen Ausführungen an Beispiele dar, wie Menschen die eigene Haut verändern, sie künstlerisch verschönern oder ihr rituelle Narben zufügen. Seit Ötzi ist bekannt, dass schon in der Kupfersteinzeit Menschen sich rituelle Narben zufügten und diese Tradition bis in die heutige Zeit bei schlagenden Verbindungen Nachahmer findet. Körperschmuck wie Teller-Unterlippe bei manchen Stämmen in Afrika, Südamerika oder Ohrlöcher und Piercing  in unserer Gesellschaft bilden nur einen kleinen Teil der Body-Modifikation. Tatoos in den unterschiedlichsten Formen, Größen und mit den verschiedensten Materialien erstellt, zeigen, dass Kunst auch im wahrsten Sinne des Wortes „unter die Haut geht“. Nachdrücklich hörten an dieser Stelle die aufmerksamen Zuhörer die warnende Stimme des Dermatologen. Bei UV-Tatoos sind durch die chemische Reaktivität der Stoffe Allergien nachgewiesen wie auch bei den Henna Tatoos, die mit dem „Neuen Henna“ an den Stränden Südeuropas oft angeboten werden.      

Ästhetik

Pest, Lepra oder Pilze - diese Krankheitsbilder werden oft in alten Gemälden ästhetisch dargestellt und verweisen auf die Ästhetik in der Pathologie. Moulagen, plastische Nachbildungen von krankhaft veränderten Körperpartien dienten auch im Bereich der Dermatologie nicht nur dem Studium und der Dokumentation von Krankheiten, sondern auch dazu  Gesetzmäßigkeiten in der Kunst und in der Natur aufzuzeigen. Gerade heute ist Ästhetik in der Dermatologie ein wesentliches Merkmal im weiten Bereich der Wiederherstellungs- und Schönheitschirurgie. 

Gemeinsamkeiten

Funktion und Aufbau der Haut und der Rinde haben viele Gemeinsamkeiten, wie Prof. Dr. Hans-Joachim Rumpelt, ehemaliger Direktor des Instituts für Pathologie, im zweiten Teil der Einführungen zum Thema ausführte. Schutzfunktion des Inneren vor Vieren und Bakterien und Kommunikation mit der Umwelt, wie Minimierung von Wasseraustausch oder wie bei Verletzungen, sind wichtige Aufgaben dieser Organe für das Individuum. Haut und Rinde bedienen sich dabei einer Oberflächenschicht, die aus vielen Schichten lebender und abgestorbener Zellen besteht. Die untere Zelllage für die Zellteilung und die Vermehrung, die Schicht lebender Zellen und die abgestorbene Schutzschicht, Borke und Hornsubstanz, zeigen die strukturellen Gemeinsamkeiten zwischen Haut und Rinde auf. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass Beide anatomisch ganz analoge normale und krankhafte Veränderungen ausbilden können, wie Risse bei schneller Dehnung oder weiße Flecken infolge von Pigmentverlusten.

Dreiersymmetrie

In der Weltordnung spielt die Zahl „Drei“ nicht nur bei der Haut und bei der Rinde eine herausragende Rolle. Der Wortdreiklang „Himmel, Erde und Wasser“ die Trichotomie des Menschen “Leib, Seele und Geist“ und die Trinität Gottes „Vater, Sohn und Heiliger Geist“ sind bekannte Beispiele hierfür. Auf drei Schichten trifft der Betrachter auch, wenn er den vollständigen Querschnitt von einem Baumstamm und einem Bein ansieht. Das Mark, das Kernholz für die Stabilität, das Splintholz für die Funktion beim Baum und beim Bein das Knochenmark, der Knochen für die Stabilität und die Muskulatur für die Funktion.

Wenn der Mensch die Krönung des zoologischen Stammbaums ist, dann gebührt dem Baum zweifellos die Krone des botanischen Stammbaums, da beide aus der gleichen Zelle hervorgegangen sind. Vielleicht ist das auch der Grund, weil immer mehr Menschen nach ihrem Tode sich in die Obhut der Friedwälder begeben, so Rumpelt in seinem Schlussgedanken.

Prozess

Gwendolyn Müller, Assistenzärztin an der Hautklinik, begleitete das spannende Thema der Vernissage. Spannend deshalb, weil die Darstellung von Haut und Rinde eine große Bandbreite an optischen und technischen Möglichkeiten eröffnet und die Ästhetik der Pathologie den Betrachter mit einbeziehen muss.  

Musikalische Höhepunkte bei der Vernissage waren „Adagio aus der Solosonate g-moll für Violine, BWV 1011“ von Johann Sebastian Bach und die „Sonate No 4 op 27, Allemanda“ von Eugène Ysaye. Ansgar Schwarzer von der Begabtenförderung der Städtischen Musikschule schon mehrmals ausgezeichneter Preisträger begeistere mit seinem virtuosen Violinspiel und setzte für die Themeneinführungen einen würdigen Rahmen.

Die eindrucksvollen Fotos können noch bis zum 15.09.2013 betrachtet werden.

Galerie im Klinikum - Fotoausstellung Augenblicke - 10. Juli 2012

„Augenblicke“ ist der Titel der Fotoausstellung, die am Dienstag, 10. Juli, um 18.30 Uhr in der Reihe „Galerie im Klinikum“ am Gesundbrunnen in Heilbronn eröffnet wird. Im Mittelpunkt der gemeinsamen Ausstellung von Prof. Lutz Hesse, Direktor der Augenklinik, und Prof. Hans-Joachim Rumpelt, ehemaliger Direktor des Instituts für Pathologie im Klinikum am Gesundbrunnen, steht das menschliche Auge. Eingerahmt von Musik werden anatomische und kulturelle Bezüge beleuchtet, und ein Quiz-Fragebogen wird vorgestellt.

Ausstellung "Jute und Gold - Mystische Kompositionen" - April 2010

Ausstellung "Jute und Gold - Mystische Kompositionen" - April 2010

„Das ist künstlerisch und technisch nicht machbar“, mit diesem und ähnlichen Sätzen wurde  Dr. Edgar Stahl, Oberarzt am Klinikum am Gesundbrunnen, konfrontiert, als er in einem Heidelberger Atelier seine Vorstellungen von der sehr grob strukturierten Jute, banalstem Sackleinen, als Malgrund äußerte. Allen Bedenken zum Trotz experimentierte er wie Blattgold auf Jute aufgebracht werden kann, und die Struktur des Untergrundes erhalten bleibt. Die Ergebnisse seiner eigenen Technik zeigen die Bilder in der „Galerie am Gesundbrunnen“.  Institutsdirektor i.R. Prof. Dr. Hans-Joachim Rumpelt, Mitglied des Arbeitskreis Kultur im Klinikum, verdeutlichte bei der Ausstellungseröffnung an den Werken „sol“, „toro“ und „sphinx“ den strukturellen Aufbau der Werke. Zunächst der hochporöse, grobfasrige Malgrund wie ein tief zerfurchter Ackerboden auf dem  Zypressenzapfen, Baumrinde oder Sand, die zweite Bildschicht mit einschneidenden Furchen und sanften Erhebungen bilden. Den Höhenpunkt erfahren dann die Werke im dritten Akt mit dem künstlerischen Verarbeiten von Blattgold, dem verschiedene Metalle beigemischt werden und dadurch farbliche Verfeinerungen den ursprünglichen Goldglanz dezent abschwächen, die Glanzlichter aus Gold und seine mythische Kostbarkeit jedoch nicht schmälern. Musikalisch untermalt wurde die Vernissage von Dr. Christine Engel mit Werken von Felix Mendelsohn Bartholdy „Lied ohne Worte“ in fis-Moll und von Franz Schubert „Impromptu“, As-Dur, Op.90 Nr.4.

Dr. Paul-Anton Grathwohl