Leitungswechsel

Prof. Dr. Egbert Hagmüller, Klinikdirektor und Direktor des SLK-Zentrums für Allgemein- und Viszeralchirurgie, ist nach fast 25 Jahren bei den SLK-Kliniken zum 1. Dezember in den Ruhestand eingetreten und seine Verantwortung an Prof. Dr. Daniel PErez übergeben. 

Große Verantwortung
Geboren und aufgewachsen am Bodensee, studierte der 66-Jährige Humanmedizin in Bochum, Heidelberg/Mannheim und Freiburg. Nach Abschluss des Studiums 1981, erlangte er Ende der 1980er-Jahre die Anerkennung als Facharzt für Chirurgie und Gefäßchirurgie und ist seit Mitte der 1990er Jahre auch Facharzt für Viszeralchirurgie. Seine berufliche Laufbahn begann als Assistenzarzt in der Chirurgie des Uniklinikums Mannheim, wo er in der Folge dann Oberarzt, Geschäftsführender Oberarzt sowie stellvertretender Klinikdirektor wurde. 1997 wurde Prof. Hagmüller als Chefarzt der Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie an das Klinikum am Plattenwald berufen. 2002 folgte der Wechsel an das Klinikum am Gesundbrunnen, wo er als Klinikdirektor die Allgemeinchirurgie übernahm. Zudem verantwortete er von 2011 bis 2017 als Chefarzt  die Allgemeinchirurgie im damaligen Krankenhaus Brackenheim. Ab 2013 kam außerdem eine „Rückberufung“ ans Klinikum am Plattenwald hinzu, sodass er bis 2017 auch dort wieder Chefarzt der Allgemeinchirurgie wurde. Daraus resultierte die Gründung des Zentrums für Allgemein- und Viszeralchirurgie, der er als Zentrumsdirektor der beiden Allgemeinchirurgischen Kliniken seither vorstand.

Wegweisende Weichenstellungen
Mit der Verabschiedung in den Ruhestand geht „eine sehr erfolgreiche und engagierte Ära bei SLK zu Ende“, sagt der Ärztliche Direktor des Klinikums am Gesundbrunnen, Prof. Wolfgang Linhart. Die Arbeit Prof. Hagmüllers habe sich vor allem durch seine exzellente Fachkompetenz und sein Gespür für Patienten ausgezeichnet. Prof. Linhart: „Mit Prof. Hagmüller verliert der SLK-Verbund einen akribischen Chirurgen, der sich seiner Philosophie über all die Jahre stets treu geblieben ist. Trotz der Fülle seiner Aufgaben ist es ihm als exzellenten Operateur immer wieder über die Maßen gelungen, jeden einzelnen Patienten individuell zu betrachten, bei schweren Erkrankungen zu helfen und damit Leid zu lindern.“

Der SLK-Verbund wird vom medizinischen Wirken Prof. Hagmüllers noch lange profitieren. So wurden in seiner Dienstzeit wegweisende erstmalige Zertifizierungen im Bereich der Allgemeinchirurgie erreicht. Dazu gehören Zertifizierungen als Darmkrebszentrum, Pankreaszentrum und Magenkrebszentrum. Vor allem aber die Zertifizierung als Viszeralonkologisches Zentrum war ein viel beachteter Meilenstein für Prof. Hagmüller persönlich und den SLK-Verbund. Auch viele medizinische und technische Weiterentwicklungen fallen in die Zeit Prof. Hagmüllers, beispielsweise die robotergestützte Chirurgie.

Mehr Zeit
Prof. Hagmüller, dessen Position Prof. Daniel Perez vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf am 1. Dezember 2021 übernehmen wird, freut sich auf seine Zeit im Ruhestand und sagt: „Nach 40 Jahren, quasi Non-Stop-Chirurgie, kann man aufhören.“ Er hat sich für den kommenden Lebensabschnitt viel vorgenommen und möchte Hobbys, wie beispielsweise der Musik, dem Kochen und Tanzen oder dem Radfahren und Golfen mehr Zeit widmen. Aber auch der Medizin bleibt er als Zertifizierer erhalten. Wenngleich er sich sehr auf seinen Ruhestand freut, wird er „den persönlichen Austausch und den Zusammenhalt mit den Kollegen und Mitarbeitern vermissen“.

Gut zu wissen
In der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie im Klinikum am Gesundbrunnen wurden 2020 rund 2.800 Patienten mit allgemeinchirurgischen Erkrankungen und viszeralchirurgisch komplexeren Erkrankungen im Bereich des Brust- und Bauchraumes und den Drüsen des Körpers (beispielsweise Schilddrüse, Nebenniere, Bauchspeicheldrüse) behandelt. Ein besonderer Schwerpunkt bildet die chirurgische Entfernung von bösartigen Tumoren des Dick- und Mastdarms, der Bauchspeicheldrüse, des Magens, der Leber und der Speiseröhre.