Junge Talente der Städtischen Musikschule spielten makellose Streicherklänge bei der Reihe „Kultur im Klinikum“ in der Kapelle des Klinikums am Gesundbrunnen. In würdiger Atmosphäre gaben sich Christian Böh, Kontrabass, Louise Engel, Violoncello und Ansgar Schwarzer, Violine, bei einer Generalprobe zum Landeswettbewerb 2010 Kostproben ihrer leidenschaftlichen Spielfreude. Hingabevoll spielte Christian Böh seinen Kontrabass. Selten als Soloinstrument gespielt wirkten seine makellose Technik und seine innere Ruhe beein-druckend auf die Zuhörer. Die große Gestaltungskraft des Kontrabass zeigte sich im Einklang mit der Klavierbegleitung von Jurij Hoerdt besonders bei „Der Clown tritt auf, Andante“ von Hermann Regner. Alle Schattierungen von Tonfolgen und weiche Harmonien zauberte Louise Engel mit ihrem Violoncello bei „Movimenti caratterisici Improvisation für Cello solo“ von Udo Zimmermann in den Kapellenraum. Feurig, temperamentvoll mit Tempowechsel, im Wettstreit mit der Klavierbegleitung zeigte die Cellistin bei der „Ungarische Rhapsodie op. 68“ von David Popper taktvolle Interpretation. Seine geigerische Souveränität interpretierte Ansgar Schwarzer mit großem Elan bei „Air varié op.1, Thema und Variationen“ von Charles de Bériot. Sanfte Melodienfolgen wechselten mit rhythmischen, einfachen Tonfolgen im musikalischen Ausblick. Als kleines Dankeschön überreichte Roswitha Löffler den jungen Teilnehmern für die gelungene Generalprobe einen Glückskäfer aus Marzipan verbunden mit den besten Wünschen für eine erfolgreiche Teilnahme beim Landeswettbewerb.
Dr. Paul-Anton Grathwohl
„Heute macht die Welt Sonntag für mich“ - mit dieser erwartungsvollen Ankündigung gestaltete bei „Kultur im Klinikum“ das hervorragend eingespielte Duo Heike Pohl-Kudicke, Sopran, und Dora Kalikhman, Pianistin, einen heiteren Operettenabend in der Personalcafeteria am Gesundbrunnen. Start des musikalischen Feuerwerks war Berlin. „Schlösser, die im Monde liegen“ von Paul Linke und „Kaiser meiner Seele“ von Robert Stolz waren für die angenehme, ausgewogene Stimme der Heilbronner Sängerin der richtige Einstieg, um die aufmerksamen Zuhörer für sich zu gewinnen. Ihr ergreifender Gesang erweckte mit dem „Donauwalzer“ von Johann Baptist Strauß und mit „Im Prater blühen wieder die Bäume“ von Robert Stolz die große Sehnsucht nach dem kommenden Frühling in Wien. Ziel der kurzweiligen Reise war der Wolfgangsee. Hier angekommen sang die gewinn-ende Sopranistin „Im weißen Rössl“ von Ralph Benatzky, wobei sie erfrischend unverkrampft durch die Besucherreihen tanzte. Literarische Einwürfe von Johann Wolfgang von Goethe, „Gefunden“, „Sehnsucht nach dem Frühling“ von Hoffmann von Fallersleben und Soloein-lagen von Dora Kalikhman rundeten die abwechslungsreiche Auszeit vom grauen Alltag ab. Die Hörer erkannten die herausragende Qualität der Künstler und so kam es zu Recht am Ende noch zu der Zugabe „Im Casino“ von Robert Stolz.
Dr. Paul-Anton Grathwohl
Schwäbisches Kabarett? In Heilbronn gibt es hierfür nur eine Abkürzung „U.f.u.g.“. Schon die Einführung in das XII. Programm „Wo däde m´r nokomme?“, bei „Kultur im Klinikum“ in der Personalcafeteria am Gesundbrunnen, spiegelte die Selbst-ironie von Albrecht Wahl wieder, als er mit der Erklärung des Namens der Kabarettgruppe seine Schwierigkeiten spielte. Zusammen mit Conny Conz und Erhard Geiger wurden hintersinnige, witzige und authentische Szenen aus dem gewöhnlichen Alltagsleben auf die Bühne gezaubert. Die Liebe zur schwäbischen Mundart, die erfrischende Spielfreude und die ungebrochene Begabung Mitmenschen in allen Lebenslagen zu beobachten, garantierten für alle Besucher einen hohen Wiedererkennungswert. Geschickt überbrückte die „Göpfert´s Helga“ aus Prevorst mit Ihren Lebensweisheiten die einzelnen Sketsche. „S Gardeheisle“ mit dem hilfsbereiten Nachbarn beim Viertele schlotzen nicht aber beim Dachausbessern, „Eman-zibation“, die Frau, die hartnäckig darauf besteht die Zeche zu bezahlen, dann aber feststellen muss, dass das Geld nicht reicht oder „Shoppen“ in einem männerfreien Kaufhaus, oder es sollte wenigstens möglich sein, diese Störenfriede gleich an der Kasse abgeben zu können und nicht zuletzt die Szene in einem Hamburger Taxi “Was hot´r g` sagt“, spielten die Kabarettisten so, wie´s alltäglich bei allen zu geht. Für die Sketsche mit viel Spaß, feiner Ironie und charmant, versteckter Boshaftigkeit vorgetragen, bedankten sich die Zuhörer mit lang anhaltendem Beifall. (PAG)
Auch in diesem Jahr verwandelte ein kleines, auserlesenes Ensemble der Städtischen Jugend-musikschule unter der Leitung von Dr. Matthias Schwarzer die Klinikkapelle Am Gesund-brunnen zur weihnachtlichen Vorfreude aller Besucher und der Patienten in einen intimen Konzertsaal. Zarte Flötentöne wechselten mit der farbigen Klanglichkeit der Violinen und der Cellos und mit der weichen, energischen Klaviermelodie. Gemeinsames Singen und besinn-liche aber auch heitere literarische Einwürfe von Pfarrer Michael Kazmaier rundeten die feier-liche Stunde bei „Kultur im Klinikum“ zu einem meditativen Ereignis ab. „In der Mitte der Nacht“ von Hans-Dieter Hüsch weckte bei den Erwachsen Gedanken an ihre Kindheitserleb-nisse zur Weihnachtszeit und die Geschichte der „Weihnachtsmaus“ von James Krüss, regte aufgeweckte Kinder zum Mitsprechen an. Eingerahmt waren die literarischen Werke von an-spruchsvollen Musikstücken wie „Rondeau, Allegro aus dem Quartett KV. 80“ von Wolf-gang Amadeus Mozart oder „Suite Nr.1 Gigue“ von Johann Sebastian Bach. Zum Schluss der Veranstaltung überreichte Frau Roswitha Löffler den Mitwirkenden Ansgar Schwarzer, Felicitas Kugler, Sofia Strümpfler, Sarah Litwin, Tobias Gassert, Christian Schwarzer, Judith Michelsen, Frau Beißwenger, Frau Gassert, Herrn Hördt und Herrn Talpan große, runde Lebkuchen aus der Weihnachtsbäckerei.
Dr. Paul-Anton Grathwohl
„ Jetzt häng ich weg den weißen Kittel und ebenso den langen Titel, werd´ Pistil mit Pinsel tauschen, in Ruh´ genießen Meeresrauschen.“ Mit diesen Versen verabschiedete sich die damalige Chefapothekerin des städtischen Krankenhaus, Frau Liselotte Baum, vor 25 Jahren aus einem erfüllten Berufsleben. Das beeindruckende Schaffenswerk ihrer provozierenden Ankündigung zeigte die stilvolle Künstlerin nun bei einer Vernissage der „Galerie am Gesundbrunnen“. In seiner Begrüßung würdigte Prof. Dr. Hans-Joachim Rumpelt die Geduld der betagten Malerin beim Zustandekommen dieser Ausstellung und bedankte sich dafür, dass durch ihre Exponate die kahlen, weißen Wände endlich wieder zum Leben und aus ihrem Dornröschenschlaf erweckt wurden. Fachkundig führte Dr. Andreas Pfeiffer, Museumsdirektor i. R. Heilbronn, die interessierten Besucher in die Thematik „Bäume, Symbole des Lebens“ ein. Über die Symbolik der Platane für die stetige Erneuerung, die Regeneration, spannte er den Bogen zu zwei ausgestellten Aquarellen, dem „Alten Ölbaum“ und der „Chinesischen Kiefer am Felsabgrund“ aus der zweiten Entwicklungsstufe ihrer Aquarell-Malerei. Hier ein durch Wind, Sturm und Blitzschläge gespaltener, knorriger Ölbaum, fest im Boden verankert aus dessen torsoähnlichen, hohlem Stamm wenige armdicke Äste mit ihren jungen, frischen Blättern in den mediterranen Sommerhimmel ragen. Dort eine mit zwei bizarren Stämmen über dem steilen Felsabgrund feststehende Kiefer, die mit ihren feinen, verästelten Kronen den vom Tal aufsteigenden Nebelschwaden entgegenwirkt. Exemplarisch zeigen beide Aquarelle wie Frau Baum die Maltechnik ihres Lehrers Wang Shu, der übrigens eigens aus Wien nach Heilbronn gekommen war, seit über zehn Jahre umgesetzt hat. Bei der vom ihm entwickelten „Kung Ling“ –Technik, einer Verschmelzung östlicher und westlicher Stile, werden auf schwerem mit Wasser bestrichenem Aquarell-Papier aus den drei Farben Gelb, Rot und Blau alle anderen Farben gemischt und der Maler arbeitet vom Hintergrund mit dem Trocknen des Papiers nach vorn. Bei so viel Kunst mit Pinsel und Farbe durften musikalische Akzente nicht fehlen. Diese setzte bei der gelungenen Vernissage PD Dr. Wolf-Dieter Strohm am Klavier mit „Variations sérienses opus 54 von Felix Mendels-sohn und mit „Pathetik“, 3. Satz, aus den Klaviersonaten von Ludwig van Beethoven. Sichtlich gerührt über die große Anerkennung bedankte sich Frau Baum bei allen, die zu diesem wunderbaren Abend beigetragen haben und schloss mit der für sie wichtig gewordenen Lebensweisheit: „ Die Malerei ist eine schweigsame Macht, die scheinbar nur zu den Augen spricht, die aber dann die Bereiche der Seele gewinnt und von ihnen Besitz ergreift“.
Dr. Paul-Anton Grathwohl

Ihr umfangreiches, musikalisches Repertoire hat sie längst über Heilbronn hinaus bekannt gemacht. Die Rede ist von den KÄFERSISTERS, die in der Personalcafeteria am Gesund-brunnen bei der Reihe „Kultur im Klinikum“ einen ganzen Abend Cole Porter widmeten.
Margret Käfer, Gesang und Anne Käfer, Klavier, zogen das aufmerksame Publikum gleich zu Beginn durch ihr ungezwungenes, erfrischendes Auftreten mit „It´s de-lovely“ und „Night and day“ in ihrem Bann. Mit erzählerischer Melodik verführerisch hauchend und feinfühliger Klavierbegleitung trug Anne Übersetzungen von „Dream a little dream of me“, „It´s alright with me“ und „The man I love“ vor, die von melancholischer Romantik und zügelloser Lei-denschaft waren. Diese geschickte Regieführung der Schwestern ermöglichte der ergreifen-den, ausdruckstarken Musicalstimme Margrets kleine schöpferische Pausen, um anschließend wieder mit einer Vielzahl stimmlicher Färbungen in den Vordergrund zu rücken. Und so legte Anne bei „Big Spender“, „As time goes by“ und bei „My way“ das romantischem Flüstern und die ergreifende Ungeduld ihres großen Stimmvolumens in die Waagschale, dass man meinte, es wäre das Orginal. Nach dem Gehörten war die Ankündigung eines „musikalischen Abends“ äußerst bescheiden, denn über 90 begeisterte Zuhörer spendeten frenetischen Applaus und forderten als Zugabe noch einmal den Klassiker „My way“.
Dr. Paul-Anton Grathwohl