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computerassistierte OP Techniken und Roboter-Chirurgie

Die Computertechnologie hat in den letzten Jahren auch in Unfallchirurgie und Orthopädie Einzug in den OP-Saal gehalten.

Unter dem Begriff der “computerassistierten Chirurgie” (CAS=Computer Assisted Surgery) werden unterschiedliche Anwendungen zusammengefasst.

Zum einen handelt es sich um Roboter-Eingriffe, wobei vom Roboter sensible Teile einer Operation übernommen und ausgeführt werden, zum anderen um sogenannte Navigationssysteme, auf die hier näher eingegangen werden soll.

    - Roboter-Chirurgie  (wurde und wird bei uns nicht durchgeführt)
    - Computerassistierte Chirurgie (sog. Navigation)

Zwischen beiden Systemen besteht ein grundlegender Unterschied.

Bei den Roboter-Chirurgie übernimmt der Operationsroboter Teile der Operation und führt sensible Operationsschritte eigenständig aus. Der Roboter wird selbst zum Operateur, der Chirurg beobachtet nur passiv den Operationsvorgang (z.B. Roboterfräsung des Oberschenkelmarkraum beim Einsetzen des Schaftanteils eines künstlichen Hüftgelenks), um notfalls korrigierend eingreifen zu können.

Bei der Computernavigation “bleibt der Chirurg der Operateur”, über den Computer kann er aktiv sein Handeln kontrollieren, der Computer als “Navigator” gibt dem Operateur kontinuierlich Informationen, um wichtige Teile der Operation präziser ausführen zu können.

Der Anwendungsbereich der Computernavigation umfasst derzeit:

  • Einbau von künstlichen Hüft-und Kniegelenken
  • Ersatzoperationen nach Riß des vorderen Kreuzbandes am Knie
  • Achskorrekturen der unteren Extremität
  • Operationen zur Stabilisierung von Wirbelbrüchen

Weitere Anwendungen werden sicherlich folgen.

In unserer Klinik verwenden wir seit Mitte 2000 beim Einbau von künstlichen Kniegelenken das Navigationssystem Navitrack™ der Firma Zimmer (ehemals Centerpulse) ohne vorheriges Computertomogramm.

Ziel der Computernavigation hierbei ist die Erhöhung der Sicherheit für den Patienten durch

  • die genaue Planung vor der Operation
  • während der Operation die exakte Wahl der zu verwendenden Prothesengröße
  • Einbau der Prothesenelemente in der geplanten Achse und Rotation (Drehung gegenüber Ober-und Unterschenkel)
     

Was geschieht nun bei der Computernavigation und welche zusätzlichen Maßnahmen sind nötig?

Zu Beginn der Operation, wenn der Patient bereits in Narkose ist, werden durch Infrarotlicht genau definierte Punkte an wichtigen Operationsinstrumenten markiert.
Diese Markierungen werden mittels einer Kamera vom Computer registriert, so daß Lage und Orientierung der vom Operateur benutzten Instrumente stets am Bildschirm verfolgt und entsprechend der Planung feinkorrigiert werden kann.

Der empfindlichste Schritt ist die Registrierung des “realen” Kniegelenks. Dem Computer werden Punkte am “lebenden Objekt” gezeigt, anschließend kann er die vorher kalibrierten Instrumente in sein Bild mit einbeziehen.

Der “Navigation” steht jetzt nichts mehr im Wege, dem Operateur wird nun laufend die Position seiner Instrumente in Bezug auf das gesamte Bein gezeigt.  Er hat hierdurch die Möglichkeit sich über das eigentliche Operationsfeld hinaus über sein Tun am Bildschirm zu orientieren, was bislang nur durch rein mechanische Hilfen möglich war. An dem eigentlichen Operationsverfahren hat sich nichts geändert, der “Operateur bleibt der Operateur”.

Als neueste Fortentwicklung der Medizintechnik können wir mit dem System Navitrack™ auch ohne vorherige Anfertigung von Computer-Tomographie-Aufnahmen des Hüftbereiches die Achsen-, Rotations- und Größenbestimmung der Knie-Endoprothetik navigiert durchführen. Das spart Planungs- und Operationszeit und verringert die Röntgenstrahlenbelastung des Patienten durch Wegfall der vorher notwendigen CT-Untersuchung.

Hinweis:

Grundsätzlich befindet sich die Computernavigation und Roboterchirurgie noch in der klinischen Entwicklungsphase, wenngleich die Computernavigation schon sehr gute operative Hinweise zur Präzisierung der Operationsschritte gibt.

Wir bieten unseren Patienten dieses innovative Verfahren nach eingehender Information über die Probleme des Verfahrens (z.B. Erstellung einer Computertomographie des Beines, Verlängerung der Operationszeit um  ca. ½ Stunde) zur Entscheidung an.

Selbstverständlich werden wir auch weiterhin künstliche Knieotalendoprothesen in der gewohnten Präzision und  mit sehr guten Ergebnissen auch ohne Computernavigation (falls vom Patienten gewünscht) einsetzen.
Insgesamt werden an unserer Klinik jährlich ca. 130 Kniegelenks-Endoprothesen-Operationen durchgeführt.