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Was ist ein Burnout-Syndrom?

Burnout bedeutet wörtlich „ausgebrannt sein“. Entsprechend bezeichnet der aus dem Englischen entliehene Begriff einen chronischen Erschöpfungszustand, der mindestens 6 Monate andauert und mit einem Krankheitsgefühl kombiniert ist.

Allerdings ist das Krankheitsbild Burnout-Syndrom zur Zeit noch nicht eindeutig wissenschaftlich festgelegt und wird von der Medizin nicht allgemein anerkannt.

Das Burnout-Syndrom wird auch als Chronic Fatigue Syndrom (CFS) oder chronisches Müdigkeitssyndrom bezeichnet. 


Symptome

Eine ganze Reihe von Beschwerden kündigt das Burnout-Syndrom an. Sie alle können jedoch auch durch andere Erkrankungen hervorgerufen werden. Daher gibt es keine alles umfassende, allgemein gültige Liste mit den Symptomen des Leidens.

Unzweifelhaft gilt jedoch, dass das Burnout-Syndrom die Lebensqualität der Betroffenen nachhaltig einschränkt und zu einem massiven Abfall der Leistungsfähigkeit führt. Wer über einen Zeitraum von mindestens 6 Monaten sein übliches Tagespensum, seine Aktivitäten und Hobbys um mindestens die Hälfte reduziert hat, sich abgeschlagen und müde fühlt, ist möglicherweise ein Burnout-Syndrom-Patient.

Hinzu kommen unspezifische Symptome wie z.B. Muskelschmerzen und –schwäche, Fieber, ein entzündeter Rachen, ein schmerzender Kopf sowie schmerzende Gelenke, Krämpfe in Magen und Darm, empfindliche Lymphknoten sowie Neuropsychiatrische Beschwerden. Hierzu zählen Denk- und Konzentrationsstörungen, Depressionen, Verwirrtheit, Reizbarkeit, Lichtscheue und Gesichtsfeldausfälle. Außerdem wurden auch Schlafstörungen beobachtet. Dabei reicht die Bandbreite von Schlaflosigkeit bis hin zu einem auffällig gesteigerten Schlafbedürfnis.

Das Burnout-Syndrom tritt in der Regel völlig unerwartet in das Leben der betroffenen Patienten. Viele denken zunächst an eine Grippe, die sich mit den allzu bekannten Beschwerden ankündigt. Doch während diese Erkrankung irgendwann „richtig ausbricht“ und nach einer Weile vorüber ist, werden die Symptome des Burnout-Syndroms zur „Dauereinrichtung“. Dies geht schließlich so weit, dass der Betroffene sein gewohntes Leben nicht mehr aufrechterhalten kann.

  

Ursachen

Zu den Ursachen des Burnout-Syndroms haben Wissenschaftler verschiedene Thesen aufgestellt, von denen bislang jedoch noch keine bewiesen bzw. widerlegt werden konnte.

Eine davon besagt, dass chronische Infekte, Gifte und chronische Konflikte die Grundlage für das Burnout-Syndrom bilden. Hinzu kommt nicht selten Fehlernährung.

Chronische Infekte sind z.B. Infektionen mit Herpes-Viren, Pilze im Darm oder auch Infektionen mit Streptokokken. Der Körper bekämpft sie nicht so stark wie er sollte, da sie für ihn nicht so bedrohlich sind wie Scharlach, Masern oder Typhus. Das Immunsystem erlaubt den scheinbar „harmlosen“ Erregern ein Eigenleben, das sich langfristig auf das Wohlbefinden auswirken muss.

Zudem ist der Mensch tagtäglich von „Giften“ umgeben. Zu den rund 1.600 "Alltagsgiften" zählen neben dem viel diskutierten Amalgam, Gifte in Hölzern von Möbeln und Häusern, Gifte in Tapeten, Pestizide und auch Konservierungsstoffe in Lebensmitteln sowie Schwermetalle im Wasser und Ozon in der Luft. Jedes Gift ist für sich genommen in der vorliegenden Dosis nicht schädlich und schon gar nicht lebensbedrohlich. Der Körper verfügt ohnehin über gewisse Filterfunktionen. Aber der ununterbrochene Kontakt mit den unterschiedlichsten Stoffen führt im Laufe der Zeit zur allgemeinen Schwächung des Organismus und des Immunsystems.

Ähnlich ist das Prinzip bei chronischen Konflikten. Auch hier sind die Schwierigkeiten für sich genommen nicht unüberwindlich und ließen sich durchaus lösen. Doch werden sie, warum auch immer, nicht aus der Welt geschaffen, können sie im Laufe der Zeit die Lebensfreude vernichten und auch das wirkt sich nachteilig auf das Immunsystem aus.

 

Wann ist ein Arzt aufzusuchen?

Wer sich ständig müde und schlapp fühlt, der wird ohnehin einen Arzt aufsuchen, um eine eventuell vorliegende schwerwiegende Erkrankung ausschließen zu lassen. Allerdings ist das Burnout-Syndrom nicht einfach zu diagnostizieren. Der behandelnde Arzt muss zunächst andere mögliche Ursachen ausschließen. Kann die Ursache jedoch früh ermittelt werden, kann die Therapie entsprechend zeitig einsetzten. Das erspart dem Betroffenen einen Leidensweg, während dem er sich immer weiter in sich zurückzieht. Er fühlt sich ernst genommen, obwohl seinen massiven Beschwerden kein organisches Leiden zu Grunde liegt.

  

Diagnose

Die Diagnose des Burnout-Syndroms verlangt viel Fingerspitzegefühl und Sorgfalt auf Seiten des behandelnden Arztes. Denn er muss zunächst andere Erkrankungen ausschließen, die das gleiche bzw. ähnliche Beschwerdebild mit sich bringen. So führen Infektionen wie Hepatitis und Tuberkulose, aber auch manche Allergien zu chronischer Müdigkeit. Mit Hilfe von Laboruntersuchungen, die die Funktionsfähigkeit von Bauchspeicheldrüse, Leber, Niere, Darm, Schilddrüse und Nebenniere prüfen und mögliche Allergien erkennbar machen, werden andere Verursacher des vorliegenden Erschöpfungszustands ausgeschlossen.

Weitere Hinweise auf das Burnout-Syndrom ergeben sich aus der Analyse der Lebensumstände. Dabei geht es um die Wohnverhältnisse, die möglicherweise mit versteckten Giften belastet sind und auch die Situation am Arbeitsplatz, die durch Stress, Mobbing, aber auch durch den Umgang mit giftigen Substanzen gekennzeichnet sein kann. Darüberhinaus sind die Essgewohnheiten des Patienten von Interesse. Eine lange Zeit durchgehaltene Fehlernährung hat einen Mangel an Vitaminen und Spurenelementen zur Folge, unter dem das Immunsystem leidet.

 

Behandlung

Ebenso wenig wie das Krankheitsbild des Burnout-Syndroms einheitlich beschrieben werden kann, gibt es eine allgemeingültige Behandlungsmethode.

Grundsätzlich gilt, dass zunächst einmal möglicherweise vorliegende Infektionen und Pilzerkrankungen behandelt werden sollten. Nur so kann das Immunsystem sich von dieser Dauerbelastung erholen. Der Körper benötigt Vitamine und psychische Probleme bedürfen der Behandlung eines erfahrenen Therapeuten. Dabei können z.B. Entspannungstechniken dabei helfen Stress am Arbeitsplatz abzubauen.

  

Komplikationen

Je länger der chronische Erschöpfungszustand anhält, desto mehr ziehen sich die betroffenen Patienten aus dem Leben zurück, denn die gewohnten Aktivitäten können sie nicht mehr bewältigen. Auch im Beruf werden die einfachsten Anforderungen zu unüberwindlichen Hürden. Das gefährdet den Arbeitsplatz und führt langfristig zur sozialen Isolation.

  

Prävention

Ein "Patentrezept" gegen das Burnout-Syndrom gibt es sicher nicht. In den meisten Berufen lassen sich stressige Zeiten nicht vermeiden. Daher ist es wichtig den richtigen Umgang mit Stress zu erlernen. Entspannungstechniken wie Autogenes Training helfen dabei. Eine gesunde Lebensweise mit ausreichend Schlaf, Bewegung und ausgewogenem Essen stärkt das Immunsystem und fördert das Wohlbefinden. Wenn Sie dann noch die richtige Einstellung zu sich selbst finden, akzeptieren, dass Sie nicht alles allein machen können, dass auch Ihnen einmal Fehler unterlaufen und davon nicht gleich die Welt untergeht, wenn Sie bei Ihren Mitmenschen nicht unablässig um Anerkennung kämpfen und sich Ihrer Fähigkeiten bewusst sind, sinkt das Risiko, dass die totale Erschöpfung Sie krank macht.

  

Was kann ich selbst tun?

Ganz wichtig ist es für die Betroffenen, sich genügend Zeit für sich selbst und ihre Bedürfnisse zu nehmen: Schlafen Sie ausreichend, essen Sie ausgewogen und genießen Sie Ihre Mahlzeiten ohne Eile. Sport und Köperpflege sorgen dafür, dass Sie sich rundum wohl in Ihrer Haut fühlen.

Sorgen Sie über den Tag verteilt für kleine Pausen. Und verzichten Sie im Urlaub auf "Freizeitstress". Es tut auch gut ohne Zeitplan die Tage zu genießen.

Lernen Sie, diverse Aufgaben zu delegieren. Andere arbeiten genauso sorgfältig wie Sie und selbst wenn das einmal nicht der Fall sein sollte, müssen Sie damit leben. Denn nicht alles kann allein auf Ihren Schultern lasten. Hüten Sie sich vor allzu großem Perfektionismus. Fehler sind menschlich und passieren bei gründlichster Arbeit – auch Ihnen. Das müssen Sie akzeptieren. Bringen Sie sich selbst die nötige Wertschätzung entgegen, das macht Sie weniger abhängig von der Anerkennung anderer.

Gerade in Lebensphasen, die sehr Stress betont sind, helfen Entspannungstechniken wie Yoga oder Autogenes Training.

Bauen Sie Hemmungen ab und vertrauen Sie sich mit Ihrem Problem Ihrem Arzt an. Er kann mit Ihnen zusammen ergründen, wo die Ursachen für Ihre chronische Erschöpfung liegen, eventuelle Grunderkrankungen erkennen und therapieren und bei Bedarf eine psychotherapeutische Behandlung einleiten.